Ganderkesee Obwohl das 63. Ganderkeseer Rathauskonzert am Sonnabend mit Stephan Leuthold und Carsten Lorenz ausschließlich Barockmusik beinhaltete, kam das Programm durch charmante Kurzweil zeitlos daher. Bachs Italienisches Konzert BWV 971 blieb trotz zweier Cembali transparent, und Francois Couperins Komposition aus dem Quatrième Concert Royal vergnügte mit tänzerisch-höfischer Galanterie. Die überaus reichen Verzierungen zogen wie zierliche Girlanden durch den Rathaus-Lichthof.

Einzig die Chaconne en trio von Jaques Morel kam kompositorisch nicht an die berühmten Zeitgenossen heran, und Alessandro Marcellos Concerto d-Moll erfuhr durch die Umsetzung auf zwei Cembali eine verblüffende Charakterwandlung. Da dürften aber lediglich Oboisten und Streicher erstaunt aufgehorcht haben. Bachs Französische Suite BWV 817 gewann auf zwei Instrumenten noch zusätzlichen Reiz durch die lebhaften und heiteren Soli. Ebenso geschickt wurde Dietrich Buxtehudes Passacaglia d-Moll BuxWV 161 verdoppelt – der Meister hätte sicher seine helle Freude daran gehabt.

Das gilt auch für die Interpreten dieses Abends: Stephan Leuthold und Carsten Lorenz spielten wie magisch miteinander verbunden, obwohl Leuthold launig bemerkte: „Ich sehe meinen Mitspieler gar nicht, aber wenigstens sieht er mich!“ Das verdeutlicht eindrucksvoll die Souveränität zweier begnadeter Cembalisten, die mit Arcangelo Corellis Concerto grosso F-Dur op.6/2 zum krönenden Abschluss voller Esprit führten.

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Da waren die Zugaben nach lang anhaltendem Beifall geradezu zwingend: Voran „Badinage“ (vernüglicher Scherz) von Leclair und dann noch einmal mit den klopfenden Bässen das einprägsame Adagio von Marcello. So ein wohltuender Musikabend wird noch lange in den Ohren und Herzen der Zuhörer nachhallen. Das muss er auch, denn das nächste Rathauskonzert findet erst wieder am 14. November statt.

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