Dötlingen Künstler. Bei dem Wort winkt Adolf Bruns ab. „Ich bin Bildhauer – kein Künstler.“ Seit Jahrzehnten stellt der 80-jährige Huder Figuren aus Holz her. Ab kommenden Samstag, 29. Februar, sind die Werke in der Dötlinger Müller-vom-Siel-Kate am Rittrumer Kirchweg zu sehen.

In der Adventszeit sei er mit seiner Partnerin durch Dötlingen spazieren gegangen, habe Thea Freiberg von der Dötlingen-Stiftung in der Kate getroffen: „Ich habe gefragt, ob ich hier auch mal ausstellen könnte.“

Bruns arbeitet nur mit heimischen Gehölzen – zum Beispiel Eiche, Linde und Esche. Entweder sind es Fundstücke oder sie wurden ihm geschenkt. Eine über 1000 Jahre alte Mooreiche sei ein Glücksfund gewesen, erzählt er. „Holz ist Leben. Es arbeitet immer – beispielsweise, wenn die Temperaturen wechseln“, erklärt der Huder, was ihn an dem Material so fasziniert. „Holz hat mich immer interessiert. Ich bin im Wald groß geworden. In den Stämmen habe ich immer Figuren gesehen.“

Seine Skulpturen zeigen oftmals angedeutete Figuren und Gesichter: Durch das viele Reisen sei er auf die Formen gekommen. Eine schwarze Skulptur, die zwei verschlungene Figuren zu zeigen scheint, ist inspiriert durch ein plattdeutsches Lied, in dem der Fuchs mit dem Hasen tanzt.

Der frühere Schutzmann Bruns ist zudem in der Gruppe „Kunst in der Polizei“ tätig. Die Initiative ist 1992 gegründet worden, um Polizisten in Niedersachsen, die in ihrer Freizeit künstlerisch tätig werden, eine Plattform zu geben.

Eine richtige Werkstatt habe er nicht. „Ich arbeite im Freien. Mit Klöppel, Eisen und Werkbank. Wenn ich Lust habe, arbeite ich mehrere Stunden – manchmal höre ich nach fünf Minuten wieder auf.“ Die Skulpturen, die er am Rittrumer Kirchweg zeigt, seien in den vergangenen zehn Jahren entstanden, sagt er.

Bruns’ Partnerin Hanna Willkomm wird zudem zwei Bilder ausstellen: Eine Collage sowie einen freien Entwurf, jeweils in Acryl gemalt. Schwarz-weiße Grafiken sind zudem von Willkomms Sohn Jan-Peter zu sehen. „Wir sind alle Autodidakten“, sagt Hanna Willkomm über die ausgestellten Werke. Mit den Grafiken habe sich ihr Sohn erfolgreich an der Hochschule für Künste in Bremen beworben, ergänzt sie.

Thea Freiberg freut sich auf die Premiere in der Kate: „Wir stellen zum ersten Mal überwiegend Skulpturen aus.“ Auch sei geplant, eine „Skulpturen-Landschaft“ auszustellen, kündigt sie an. Am Samstag wird sie bei der Vernissage ab 15 Uhr einführende Worte sprechen. Anschließend wird Bruns den Besuchern etwas über seine ausgestellten Skulpturen erzählen.

Verena Sieling Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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