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Dötlingen Frank Metzing aus der Kirchengemeinde Dötlingen hat die Ausbildung zum evangelischen Prädikanten abgeschlossen. Hinter der Bezeichnung verbirgt sich ein mehrjähriger theologischer Unterricht, der die ehrenamtlichen Absolventen in die Lage versetzt, Gottesdienste alleine vorzubereiten, zu halten und thematisch zu besetzen. Oft wird dabei im Volksmund von Laienpredigern, Ältestenpredigern, Hilfspredigern oder Predigthelfern gesprochen – Begriffe, die Frank Metzing und neun weitere Prädikanten eher ungern hören.

Die Ausbildung

Koordiniert wird die Ausbildung von Pfarrer Cornelius Grohs von der Pfarrstelle für Ehrenamt und Lektorenarbeit, ev. Bildungshaus Rastede. Die Prädikanten-Tätigkeit beinhaltet das „Recht auf freie Wortverkündigung“ und bedeutet, dass entsprechend ausgebildete und beauftragte Personen Gottesdienste mit Predigt eigenständig vorbereiten und durchführen können.

Es ist eine Tätigkeit, die freiwillig und unentgeltlich auf Ehrenamtsbasis geschieht. Die Ausbildung zieht sich über zweieinhalb Jahre hin und beinhaltet elf Kurswochenenden, eine Praxiszeit sowie einen abschließenden Kolloquiums-Gottesdienst mit anschließendem Gespräch.

Eigentlich hätte am vergangenen Sonntagnachmittag in der Thomaskirche in Oldenburg-Ofenerdiek die Einführung der zehn Prädikantinnen und Prädikanten aus dem gesamten Bereich der Oldenburgischen Landeskirche erfolgen sollen. Aufgrund der Corona-Krise musste der Termin allerdings verschoben werden.

Für Frank Metzing aus der Kirchengemeinde Dötlingen war der Weg zur Prädikantenausbildung ein ganz besonderer: Als Alkoholkranker fand er neben der medizinischen Behandlung über den Glauben einen Weg abseits der Alltagsdroge. Darüber kann er heute frei reden. Seit zehn Jahren ist er weg vom Alkohol und der damaligen Lebenskrise. Als der Alkohol zu viel wurde, sich Depressionen einstellten, willigte Metzing in eine Therapie ein.

In der Diakonie-Klinik in Oldenburg gehörte dazu der viermonatige Entzug. Noch in der Therapie fand und vertiefte er den Weg zum Glauben. Er erhielt die Einladung zum Besuch einer Gottesdienstwerkstatt. „Andachten zu halten und richtiges Lesen wurden vermittelt. Da merkte ich, wie schwierig das eigentlich ist“, sagt er. Metzing nahm zunächst an einer Lektoren-Ausbildung in Oldenburg teil. Der Aufbaukurs zum Prädikanten folgte über zwei Jahre. „Für mich ein ganz neuer Lebensinhalt, einen Gottesdienst selbstständig vorzubereiten und alleine zu halten.“ Für Frank Metzing stand fest, nicht länger zu konsumieren, sondern sich selbst in die Kirchenarbeit einzubringen, denn die Kirche lebe von der Gemeinde.

„Das Wort Gottes zu verkünden ist schwierig und nicht einfach. Das Predigt-Wort richtig auszudrücken, bedarf einer umfangreichen Vorbereitung. Deshalb sind auch nicht mehr als drei Gottesdienste im Jahr für mich möglich, denn drei bis vier Wochen Vorbereitung stecke ich da hinein – neben dem Beruf.“

Besonders interessant fand Metzing die Ausbildung im Hinblick auf das richtige Verhalten und Sprechen. „Dafür kam extra ein Schauspieler, der mit uns probte.“ Heute sieht der Prädikant die Tätigkeit auch ein Stück als Hobby. „Letztendlich ist für mich aber ein Wunsch in Erfüllung gegangen. Man erfährt viel über sich selbst.“

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