Dötlingen Es sei dieses Unberechenbare, dieses Nicht-Perfekte, das sie an der Nutzung der Lochkamera so begeistere, sagt Christine Henke. Im Gegensatz zur digitalen Fotografie könne sie vorher nicht sagen, wie das Bild später aussehen werde. Eine Auswahl ihrer Fotos zeigt Henke ab diesen Freitag, 26. April, bis 9. Juni in der Dötlinger Galerie im Heuerhaus am Rittrumer Kirchweg 4 unter dem Titel „Was wir sehen, blickt uns an“. Um 19 Uhr beginnt die Vernissage an diesem Freitag.

Die Fotografin bildet die Natur ab: Mohnblumen, Wiesen, ein See bei Nacht. „Die Schönheit liegt direkt vor unserer Tür.“ Die Fotos sind in Bremen entstanden, wo die gebürtige Allgäuerin lebt und arbeitet.

Seit mehreren Jahren widmet sie sich historischen Arbeitstechniken – zu denen auch die Lochkamera gehört. Die für Lochkamerafotos typischen schwarzen Ränder, die Vignettierungen, sind auf Henkes Werken zu erkennen. Der blaue Himmel hebt sich dagegen deutlich ab und die Blumen wirken zum Teil verschwommen. „Die Blumen bewegten sich“, erklärt Henke. Da die Lochkamera eine deutlich längere Belichtungszeit hat, kommt der Effekt zustande.

Auf einem großformatigem Triptychon, einem dreiteiligen Foto, bildete Henke eine Wiese ab, aufgenommen mit einer Großformatkamera. Einige Punkte sind verschwommen, andere gestochen scharf: Da habe sie mit der Technik gespielt.

Sehr viel kleiner sind die Sofortbilder, die die Bremerin in vergleichsweise großen Goldrahmen präsentiert. „Ich versuche in meinen Ausstellungen mit Größen zu spielen: Dadurch bringe ich die Besucher in Bewegung.“ Mal müssten sie nah dran, mal weiter weg gehen, um die Bilder zu erkennen.

Dass Henke auf die vergleichsweise aufwendigen Techniken setzt und darauf verzichtet, einfach zur Handykamera zu greifen, hat einen Grund: „Die Wertigkeit der Fotografie ist im Keller. Viele Leute denken sich: ,Das kann ich auch.’“ Die Arbeit zahlt sich aus: Jüngst ist Henke in die Deutsche Gesellschaft für Photographie berufen worden.

Bei der Vernissage wird neben der Fotografin die Worpsweder Kulturwissenschaftlerin Donata Holz anwesend sein, um die einführenden Worte zu sprechen.  Die Galerie öffnet im April samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr.

Verena Sieling Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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