Dötlingen Farben sind ein gutes Mittel gegen den „Novemberblues“: „Wir bringen Licht ins Dunkel“, lobte Gerti Essing von der Dötlingen-Stiftung die Leuchtkraft der Bilder, als sie am Sonntag die Ausstellung mit Werken von Silvia Bettin in der Müller-vom-Siel-Kate in Dötlingen eröffnete. Zugleich bewähre sich die Kate erneut als „Chamäleon“, meinte Essing. Ob Landschaftsmalereien von Franz Kortejohann, Skulpturen von Christiane Kaiser oder eben nun die farbenprächtigen Bilder Bettins: Der Ausstellungsraum habe sich in diesem Jahr stets als anpassungsfähig erwiesen.

Bettin stellt zum ersten Mal in der schmucken Galerie am Rittrumer Kirchweg aus. Sie habe sich in die Kate verliebt, gestand die Wildeshauser Künstlerin vor den zahlreichen Gästen der Vernissage. Gemeinsam mit Lebenspartner Norbert Drogies hat sie aus dem reichen Fundus ihres Ateliers an der Nelkenstraße die Werke ausgesucht und schon im Vorfeld der Schau virtuell an den Wänden der Kate platziert. Das eigentliche Aufhängen am Vortrag der Vernissage ging schnell. Zudem entstand eine Video-Installation, in der die Künstlerin Flaschen mit Farben beiseite räumt. Die echten Tuben schmücken die Schau in der Müller-vom-Siel-Kate.

Unter dem Titel „Dialog mit Farben“ sind Werke aus der 2015 entstandenen Serie „Lieblingsstücke“ zu sehen. Bettin hat hier einige ihrer Lieblingslieder wie „Über sieben Brücken“, „So nah am Feuer“ oder „Cello“ mit Acryl und zum Teil kräftigem Pinselstrich optisch in Szene gesetzt. Aber auch von ihrem eigenen Lebensweg, der Bewältigung von Krisen und von neuen Glücksmomenten erfährt der Besucher einiges: Ein Hingucker ist das Bild eines Paares, das sich bei der totalen Mondfinsternis am 27. Juli dieses Jahres umarmt. Der rostrote Mond fließt quasi in die Herzen des Paares, das hinter einem leuchtenden Grasbüschel steht. Bettin nutzte für dieses Bild dunkles Leinen, wodurch die Farben noch kräftiger und plastischer wirken. Bettins Motto lautet „Nur wer sich ändert, bleibt sich treu“. So hat sie ein in Grün-gelb gehaltenes großformatiges Werk übermalt – mit einer Frau, die in der Sonne liegt. „Die Hunte“ lautet der Titel, sozusagen eine Reminiszenz an die alten Landschaftsmaler.

Auch die Musik, die Katharina Adam (Gesang), übrigens eine Großnichte der Künstlerin, und Andreas Possehn (E-Piano) zur Vernissage präsentierten, erwies sich als ideale Ergänzung zu den unkomplizierten Bildern. Zu hören waren unter anderem Grönemeyers Hymne „Halt mich“ oder das Lied vom Clown. Das Stück „Mein Gefühl“ beschreibt wohl am treffendsten die Stimmung in Bettins Bildern: „Wer liebt, riskiert zu leiden. Wer nicht liebt, leidet schon“, heißt es dort.

Die Ausstellung „Mein Dialog mit Farben“ mit Werken von Silvia Bettin ist bis 30. Dezember in Dötlingen zu sehen. Die Kate ist geöffnet jeweils samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr, auch am 1. und 2. Weihnachtstag.

Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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