Dötlingen Der lückenlose Plan von Januar bis Dezember der Dötlingen-Stiftung stand. Dann kam die Coronakrise. Veranstaltungen und Ausstellungen fielen aus. Dadurch gibt es in Dötlingen zu wenig Kunst und Kultur, sagen Gerti Essing und Thea Freiberg von der Stiftung – und beschlossen, eine Ausstellung in der Müller-vom-Siel-Kate vorzubereiten.

Der Name ist Programm: Bis Sonntag, 2. August, gibt es samstags und sonntags Gelegenheit, sich Bilder des Künstlers Georg Bernhard Müller vom Siel (1865 – 1939) anzuschauen. Der Hintergrund: Am 25. April 2015 ist die Kate auf den Namen des Künstlers, der aus Großensiel in der Wesermarsch kam und mehrere Jahre in Dötlingen gelebt hat, getauft worden. Zum fünfjährigen Bestehen der Kate als Galerie und Malschule werden verschiedene Werke von ihm gezeigt. Sogar so verschieden, dass manch ein Besucher wohl zweimal hingucken muss. „Einmal fragte ein Besucher, von wem denn die anderen Bilder seien“, erinnert sich Essing.

Auf der einen Seite sind idyllische Landschaftsbilder in Öl aus seiner Zeit in Dötlingen zu sehen. Auch seine Radierung „Windmühle bei Dötlingen“ ist zu sehen. Ein Blick auf die andere Seite des Raums zeigt einen anderen Müller vom Siel. Zehn Bilder sind zu sehen, die während seiner Zeit in der Nervenheilanstalt Wehnen (Ammerland) entstanden – eine Leihgabe des Landesmuseums Oldenburg, freuen sich Freiberg und Essing. 30 Jahre, bis zu seinem Tod 1939, verbrachte er dort.

„ Die Bilder zeigen, wie zerrissen er war“, beschreibt Gerti Essing die Werke. Auf einigen Motiven ist die Sütterlinschrift zu sehen, auf anderen Bildern jeweils eine Kugel. „Die Kugel ist ein zentrales Motiv. Die schöne Welt ist in der Kugel, er steht daneben und sieht sich ausgegrenzt.“ Müller vom Siel habe in der Nervenheilanstalt kein Zeichenmaterial gehabt. „Er malte auf Butterbrotpapier. Sein Bruder versorgte ihn mit Farbe“, weiß Thea Freiberg zu berichten.

Aufgrund der Coronakrise wird es keine Vernissage geben. Die Kate kann zu den geänderten Öffnungszeiten, samstags und sonntags jeweils von 14 bis 18 Uhr, besucht werden. Kleinste Gruppen oder ein Haushalt können gemeinsam eintreten – gegebenenfalls könne es zu Wartezeiten kommen. Dafür werde vor dem Eingang ein Sonnenschirm oder ähnliches platziert. Schutzmasken werden für alle, die keine eigenen dabei haben, bereitgehalten.

Verena Sieling Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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