Bärbel Lüdeke (64) mag ungern im Rampenlicht stehen. Aber heute Abend muss sie ran. Beim Faschingsauftakt 2005/2006 mit mehr als 300 Gästen bei Witte in Immer wird sie in der schwarzen Jacke der Festausschuss-Mitglieder auf die Bühne treten, die Laudatio auf ihre Verdienste als GGV-„Hofschneiderin“ hören,und mit blauer Jacke wieder abtreten. Faschingsfreunde wissen: Es ist der Übergang vom Festausschuss in den Ältestenrat, der Wechsels der ganz aktiven Aktiven in den der etwas weniger aktiv Aktiven.

Fasching hat ihre Familie und mithin auch ihr Leben bestimmt, war – wie sie sagt – „schon in jungen Jahre meine Welt“. Bei der Prinzengarde war sie natürlich, beim „Liederkranz“ des GGV und bei den „Ringtauben“. Keine Frage. dass sie (1975) den Job der Hofschneiderin von Luise Lüdeke, ihrer Schwiegermutter, übernahm und (seit etwa 15 Jahren zusammen mit Ursel Kramer) bis heute ausfüllte.

Damals waren barocke Formen mit viel Tüll, Spitze und „Glitzerkram“ en vogue, heute dominieren eher strenge Formen und edle Stoffe; früher vernähte Bärbel Lüdeke für das Kleid der Prinzessin schon einmal 60 bis 70 Meter Stoff, heute etwa zehn.

Die Zahl der Kostüme, die sie in 30 Jahren Prinzenpaar und Gefolge auf den Leib geschneidert hat, hat Bärbel Lüdeke nicht gezählt: es mögen allein für die Prinzessinnen an die 25 gewesen sein, schätzt sie. Der Lohn dafür war Anerkennung. „Und wenn man eine liebe, nette Prinzessin hat, macht man das ja auch gerne“, wie Bärbel Lüdeke hinzufügt. Sonja Bachmann, die als Sonja I. heute abtritt, gehörte dazu. „Man muss Ideen haben – und Ideen aufnehmen können“, sagt Lüdeke, wenn sie von ihrer Rolle als Hofschneiderin spricht. Das sei „eben etwas ganz anderes als für sich selbst zu nähen“.

Das soll mit dem Wechsel in den Ältestenrat auch nicht vorbei sein. „Ich mache weiter, solange es mir Spaß macht“, sagt Lüdeke – lässt aber keinen Zweifel daran, dass sie mit der Schneiderei zugunsten des GGV unverzüglich aufhört, wenn sie den Spaß daran verliert. hs

Bärbel Lüdeke

GGV-„Hofschneiderin“

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