HOYKENKAMP Ein altes Instrument seines Vaters brachte Michael Backenköhler zum Klarinette-Spielen. Heute ist er „Jugend musiziert“-Preisträger.

von karoline schulz HOYKENKAMP - „Mit hervorragendem Erfolg teilgenommen“ – so lautet die offizielle Umschreibung für den ersten Preis, mit dem Michael Backenköhler vor knapp drei Wochen den Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ abschloss. Bereits im Januar hatte sich der 15-jährige Klarinettist aus Hoykenkamp beim Regionalentscheid für das Vorspiel auf Landesebene in Hannover qualifiziert. Nun muss er sich auf Bundesebene beweisen.

Von 25 möglichen Punkten erhielt Michael 23 – „das hat für die Weiterleitung zum Bundeswettbewerb gerade gereicht“, erklärt der Schüler des Delmenhorster Max-Planck-Gymnasiums bescheiden. Wie er im Juni beim Bundesentscheid in Freiburg abschneiden wird, weiß er noch nicht. „Ich bin schon zufrieden, dass ich überhaupt teilnehmen darf“, so der Neuntklässler, der an seiner Schule den Musikzweig besucht.

Auch wenn er sich über einen Erfolg in Freiburg sehr freuen würde – verbissen geht Michael keineswegs ans Werk: „Ich übe genauso weiter wie bisher.“ Der Rest sei dann Glückssache, meint der Klarinettist. Etwa zwei Stunden täglich probt er auf einem seiner vier Instrumente. Einmal in der Woche fährt er mit dem Zug nach Oldenburg, wo er seit zwei Jahren bei Bernhard Kösling Privatunterricht erhält. Auch dem Jugendorchester Oldenburg gehört Michael seit knapp einem Jahr an.

Mit dem Klarinette-Spielen begann Michael Backenköhler vor sechseinhalb Jahren – und das eher zufällig. „Die Klarinette hatten wir noch, weil mein Vater früher mal gespielt hat“, erinnert sich Michael. Bereits nach einem Jahr habe er aber ein neues Instrument bekommen. „Die alte Klarinette war ziemlich schlecht. Aber für den Anfang hat’s gereicht.“

Seit zwei Jahren nimmt der Gymnasiast zusätzlich an der Musikschule Delmenhorst Klavierunterricht. Ob er die Musik später einmal zum Beruf machen wird – da möchte sich Michael jetzt noch nicht festlegen. Zurzeit absolviert er ein Schulpraktikum bei der Verwaltung der Gemeinde Ganderkesee.

Während ihn in Hannover noch sein Vater am Klavier begleitete, wird Michael beim Bundeswettbewerb von seinem Freund und Mitschüler Jan-Moritz Prade unterstützt. „Es ist gefordert, dass den Begleitpart möglichst ebenfalls ein Jugendlicher übernimmt“, erklärt der Nachwuchsmusiker das Reglement des Wettbewerbs. Das Programm bleibt indes gleich: Etwa 15 bis 20 Minuten hat Michael Backenköhler Zeit, die Jury mit Werken von Johann Stamitz, Carl Maria von Weber und Witold Lutoslawski zu überzeugen, die er zuvor selbst aussuchen durfte. Einzige Bedingung: Drei Epochen müssen durch die Stückauswahl abgedeckt sein.

Favoriten unter den Komponisten und Musikstilen hat Michael nicht – auch nicht in seiner Freizeit. „Eigentlich höre ich gar keine Musik“, erzählt er. Als ganz neues Hobby hat er vor kurzem das Kanufahren für sich entdeckt.

der wettbewerb

1963/64 wurde „Jugend musiziert“ als jährlicher Wettbewerb auf Regional-, Landes- und Bundesebene ins Leben gerufen. Kinder und Jugendliche dürfen in den Instrumentalfächern und im Fach Gesang antreten. Mehr als 18 000 Nachwuchsmusiker nehmen an den Regionalwettbewerben teil, etwa 6000 auf Landesebene sowie 1800 am Bundesentscheid.

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