Ganderkesee In Paris feierte der Eiffelturm seinen ersten Geburtstag, in Berlin trat Otto von Bismarck als Reichskanzler zurück. Man schrieb das Jahr 1890. Weitab von der „großen Politik“ schmiedeten einige Männer im beschaulichen Ganderkesee ganz andere Pläne: Am 6. Juli 1890 gründeten sie den „Schützenverein Ganderkesee“. 125 Jahre später hat es ein Quintett in die Hand genommen, die Chronik dieses Vereins zu schreiben – für eine Festschrift, die beim Jubiläumsfest am Sonnabend, 1. August, auf den Tischen liegen soll.

Alle Mitglieder des Schützenvereins Ganderkesee sind aufgerufen, am Sonnabend, 9. Mai, um 15 Uhr in Uniform zum Schützenhof zu kommen. Dort wird ein Fotograf der NWZ  das Vereinsbild für die Jubiläums-Festschrift anfertigen. Im Anschluss spendieren Verein und Nordwest-Zeitung einen kleinen Imbiss.

Die Festschrift erscheint in einer Auflage von 300 Stück. Jedes Mitglied soll ein Exemplar erhalten.

„Sammeln und Sichten“, das war die erste Herausforderung für den aus Heino Bleydorn, Thomas Warrelmann, Cindy Klüner, Hartmut Schneider und Konrad Lübbe bestehenden Kreis. Geschichtliche Abhandlungen über den Verein gebe es bereits, allerdings vor vielen Jahren verfasst, wusste Lübbe. Auf der Suche nach neuerem „Stoff“ sei man bei „bestimmt 15 Leuten“ fündig geworden. Zum Beispiel bei Helmut Quathamer: Der hatte sieben Foto-Alben im Schrank und Presseberichte seit 1972 gesammelt. Oder bei Annelore Einemann, der Witwe des langjährigen Vorsitzenden Heino Einemann.

Einen Zeitzeugen brauchte man nicht zu suchen, der gehört schon zum Chronistenkreis: Heino Bleydorn, seit 1964 Mitglied, seit 1965 mit Vorstandsaufgaben betraut.

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Beim Eintauchen in alte Unterlagen fühlte sich das Quintett mitunter wie in einer anderen Welt. Ein Beispiel? „1892, 25. September“, zeigte Cindy Klüner auf den Bildschirm ihres Laptops. Beim Scheibenschießen habe man damals als Preise zwei Schafe ausgelobt, es ging um „Hinterteile, Vorderteile, das Fell“. Und: „Selbst die Innereien wurden verteilt.“

Bemerkenswert sei die Kontinuität an der Spitze, finden die Chronisten. In 125 Jahren sei der Verein mit acht Hauptmännern, Führern oder Vorsitzenden ausgekommen. „Das ist nicht so wie beim HSV“, flachste Bleydorn.

Bemerkenswert sei auch, dass „so viel gebaut wurde“, ergänzte Lübbe. Nach einem ersten Domizil an der Straße Neddenhüsen (1894 bis 1937) zog der Verein 1938 an den Habbrügger Weg. Der dortige Neubau brannte 1949 ab, wurde durch einen weiteren Neubau ersetzt (1955), der später mehrfach verändert und erweitert wurde.

Mittlerweile, so sagt der fünfköpfige Kreis, sei die redaktionelle Arbeit fast beendet. Jetzt fehle noch ein aktuelles Vereinsfoto, ferner das Königspaar, das beim Schützenfest am 27./28. Juni proklamiert wird. „Danach geht das Ganze in Druck“, kündigte Lübbe an. Eine Seite werde man frei halten – für ein Bild des Jubiläums-Königspaares, das am Abend des 1. August ausgerufen wird.

Karsten Kolloge Harpstedt / Redaktion Wildeshausen
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