SCHöNEMOOR Durch die mehr als 20-jährige Tätigkeit als Geistlicher in Schönemoor kommen bei Pastor Dirk Range eindrucksvolle Zahlen zusammen. Rund 500 Paaren habe er den kirchlichen Segen erteilt, etwa ebenso viele Jugendliche konfirmiert, bei Hunderten von Trauerfeiern oder Taufen gepredigt. Doch beim Rückblick sind es weniger die Zahlen, die ihn bewegen, als vielmehr die Begegnungen. Mit einer Vielzahl von Menschen habe er „einiges miteinander erlebt, Freud und Leid“ – „das verbindet“.

Wie berichtet, wird Range zum 1. Juli eine Pfarrstelle in der ev.-luth. Kirchengemeinde Lohne/Südoldenburg antreten. Seine Ehefrau Wiebke, bislang in Stuhr tätig, werde als Pastorin eine halbe Stelle in Damme bekleiden, teilte Range jetzt mit.

Er verlasse Schönemoor mit einem lachenden und einem weinenden Auge, sagte der 50-Jährige, der im April 1986 erstmals in Schönemoor predigte – damals noch als Hilfsprediger und im Rahmen einer Vakanzvertretung. Am 3. Advent 1990 wurde er als Pastor in Schönemoor eingeführt.

Als er begann, gab es in Schönemoor nur einen einzigen Gemeindekreis – einen Frauenkreis. „Der wurde immer kleiner“, erinnerte sich Range.

Weil er in der Pastorei „einen Haufen geschenkter Bücher“ vorfand, suchte und fand Range im Herbst 1987 Ehrenamtliche für ein „Büchereiteam“, das heute aus etwa sechs bis acht Frauen besteht. Parallel förderte er die Bildung von Mutter-Kind-Gruppen. „Zwischenzeitlich hat es mal sechs gegeben“, zurzeit seien es drei.

Daneben, so erinnerte sich Range beim Blättern in alten Gemeindebriefen, habe es beim Bemühen um eine Förderung des geistlichen Lebens auch Versuchsballons gegeben, denen nur ein kurzes Dasein beschieden war. So hatte es mangels Ehrenamtlichen nicht geklappt, einen Besuchsdienst zu installieren. Auch die Kurse für Mini-Club- oder Konfirmandeneltern habe es nicht lange gegeben.

Einiges Engagement legte der Pastor in die 1988 begonnene Reihe „Kirche – Kunst – Kultur“, die auch bekanntere Interpreten in die verträumte Katharinenkirche brachte. Doch Mitte der 90er lief die Serie aus – weil angesichts der Sparbemühungen der Landeskirche zuschussträchtige Veranstaltungen kaum mehr finanzierbar gewesen seien. Ein bisschen Ersatz sollte das Kinderchor-Projekt (2000 bis 2005) bringen, bei dem immerhin 77 Kinder mitwirkten.

Trotz all der (teils mit etwas Wehmut erzählten) Erlebnisse: Range ist auch die Vorfreude angesichts der neuen Herausforderung anzumerken. „Ich gehe in einen lebendigen Ort, werde erwartet von einer Vielzahl von Menschen, die sich freuen, gemeinsam kirchliches Leben zu gestalten.“

Karsten Kolloge Harpstedt / Redaktion Wildeshausen
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