Hude Die Ausstellung mit Werken des Hurreler Künstlers Werner Ganteföhr wurde jetzt beendet. Das Interesse an dem 2013 gestorbenen Maler und Zeichner ist ungebrochen. Noch einmal kamen viele Interessierte in die Filiale der Volksbank Ganderkesee-Hude, um an den Erinnerungen von Birgit Ganteföhr an ihren Mann Teil zu haben, einen sorgfältigen Blick auf die detailreichen Radierungen und Aquarelle zu werfen und vielleicht auch eines davon mit nach Hause zu nehmen.

„Ich habe schon ein Ganteföhr-Bild und überlege mir, ein zweites zu kaufen“, sagte Thea Claußen aus Altmoorhausen. Sie sei schon einmal in der Ausstellung gewesen und zuhause bei Birgit Ganteföhr, die für sie eine gute Bekannte ist. Nun wolle sie sich noch einmal umsehen. „Es muss zu mir passen“, sagt die Altmoorhauserin über ihr Auswahlkriterium.

Vor rund zwei Dutzend Interessierten ging Birgit Ganteföhr zum Abschluss der Ausstellung auf den Lebenslauf ihres Mannes ein. In Herne im Ruhrpott geboren, zog er bald darauf nach Schlesien, da sein Vater, ein Bergbau-Ingenieur, sich dort berufliche Vorteile versprach. Kurz vot dem Ende des zweiten Weltkriegs war der junge Ganteföhr im Alter von elf Jahren zusammen mit einem Lehrer und einigen Schülern auf der Flucht Richtung Westen. Dabei erlebte die Gruppe Furchtbares, unter anderem die vernichtende Bombardierung von Dresden.

Ganteföhr schlug sich nach Herne durch, nur um dort festzustellen, dass seine Familie in Thüringen lebte. Der Junge machte sich wieder auf den Rückweg, fand seine Familie und landete später wieder in Herne, wo er für die Familie sorgte und wie sein Vater als Bergmann arbeitete.

Über Umwege zur Kunst

Darüber kam er über Umwege zur Kunst, wie Birgit Ganteföhr erklärte. Denn einer der Bergleute bot eine Malgruppe an. Obwohl er schon zu diesem Zeitpunkt sehr begabt war und ihm keiner aus der Gruppe noch etwas beibringen konnte, erlaubten ihm seine Eltern nicht, eine Kunsthochschule zu besuchen, schließlich müsse er auch etwas haben, dass ihn ernähren könne.

Doch Grafik, das wäre doch etwas Handfestes, dachten wohl seine Eltern. In diesem Studium konnte Werner Ganteföhr endlich lernen: Porträts, Stillleben, Firmenlogos und weiteres. Die Entwicklung des Künstlers nahm ihren Anfang.

„Er liebte Natur- und Landschaftsmalerei“, erklärte seine Witwe. Auch deswegen sei das Paar im Jahr 1979 nach Hude gezogen. Wälder, Moore, der Urwald Hasbruch und das Kloster seien hervorragende Motive gewesen. Werner Ganteföhr, so wurde er den Besuchern der Ausstellung beschrieben, war ein Mann, der sich zahlreicher Mittel für seine Kunst bediente. Bleistiftzeichnungen, Aquarelle, Ölbilder und Radierungen. Dabei drückte er allen Kunstformen seinen Stempel auf. „Ja, das ist ein Ganteföhr“, sagte die Vortragende und zeigte beispielhaft auf eines der ausgestellten Aquarelle.

In Hude veranstaltete das Paar einige Ausstellungen im eigenen Haus, zu großen Veranstaltungen entwarf Werner Ganteföhr Plakate. Auch ein Kalender „So schön ist Hude“ entstand während seiner langen Schaffensphase in der Gemeinde. Sein Weg des Naturschutzes sei es gewesen, Landschaften von ihrer schönsten Seite zu zeigen und mit seinem präzisem Handwerk für sie zu werben und auch zu erhalten.

Das Werk Werner Ganteföhrs wird im Gedächtnis bleiben. Nicht nur durch Ausstellungen, wie die, die nun beendet wurde, oder durch Bilder, die bereits in vielen Haushalten als Kalender oder Originale ausgestellt sind, sondern auch durch den Werner-Ganteföhr-Platz, für dessen Errichtung sich der Verwaltungsausschuss am Donnerstag ausgesprochen hat.

Andenken wird bewahrt

Auch die Pläne für die Einweihung nehmen Form an. Am 22. Mai könnte der Platz im Rahmen des Hurreler Dorffestes eingeweiht werden.

„Die Idee, die Einweihung mit dem Dorffest zu verbinden, hat mich so glücklich gemacht. Das Dorf hat wirklich schön reagiert“, sagt Birgit Ganteföhr dazu.

Die bunten Steine, die es bisher rund um den Hurreler Buswendekreis gibt, sollen auch angrenzende Straßen und den Platz selbst schmücken. Außerdem sammele Birgit Ganteföhr bereits konzentriert nach Texten, die die Stele, die auf dem Platz über den Namensgeber informieren soll, zieren könnten.

Sascha Sebastian Rühl Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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