GANDERKESEE Wer an Muslime und den Islam denkt, landet schnell bei Fundamentalismus und Terrorismus. „Das Wort Muslim ist bei uns negativ besetzt. Deshalb ist Aufklärung so wichtig“, sagt Dragica Smiljanic, in der Gemeideverwaltung als Sozialarbeiterin mit der Integration ausländischer Mitbürger betraut.

In Ganderkesee leben derzeit rund 790 Menschen, die nicht die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen. Ein nicht unerheblicher Teil davon dürfte an Allah glauben und den Koran sowie die Worte des Propheten Mohammed zur Richtschnur seines Lebens machen. „Es geht darum, diese Menschen nicht abzustempeln, sondern ihnen gegenüber Sensibilität zu entwickeln“, so Smiljanic.

Eröffnung am Mittwoch

Diesem Ziel dient die Wanderausstellung „Muslime in Niedersachen“ des Niedersächsischen Ministerium für Inneres, Sport und Integration, die ab Mittwoch, 8. April, im Ganderkeseer Rathaus zu sehen ist. Zur Eröffnung sprechen um 15 Uhr die stellvertretende Bürgermeisterin Christel Zießler und die Integrationsbeauftragte des Landes Niedersachsen, Honey Deihimi.

Für Schulklassen geeignet

Die Ausstellung besteht aus 31 Tafeln. Sie ist so konzipiert, dass zusätzliche Erläuterungen oder gar Führungen nicht notwendig sind. Aus diesem Grund, so Smiljanic, eigene sie sich auch sehr gut für Schulklassen.

Laut Ministerium geht es darum, die Öffentlichkeit für die Notwendigkeit einer intensiveren Auseinandersetzung mit den Problemfeldern der bisherigen Integrationsansätze zu sensibilisieren. Die Ausstellung zeigt Perspektiven für eine bessere Integration auf und wirbt dafür, die individuellen und gesellschaftlichen Anstrengungen dafür zu intensivieren. Außerdem werden auch Beispiele bereits gelungener Integration vorgestellt.

Der Eintritt ist frei

Die Ausstellung ist bis zum 29. April während der Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen. Der Eintritt ist frei. Im Begleitprogramm sind zwei Veranstaltungen vorgesehen.

Zum einen kommt der türkischstämmige, in Bremen lebende Schriftsteller Osman Engin am Mittwoch, 15. April, nach Ganderkesee, um in der Gemeindebücherei am Habbrügger Weg aus seinem neuen Buch „Lieber Onkel Ömer – Briefe aus Alamanya“ zu lesen. Die Veranstaltung beginnt um 20 Uhr. Eintrittskarten zum Preis von fünf Euro sind in der Gemeindebücherei zu haben.

Konzert zum Ausklang

Ebenfalls bereits im Vorverkauf zu haben sind Karten für die Veranstaltung „Orientalische Musik – türkische und persische Volksmusik“, die am Freitag, 24. April, ab 19 Uhr im Ganderkeseer Rathaus zu erleben ist. Mitwirkende sind der Chor des türkischen Musikkonservatoriums Oldenburg, der türkische Elternchor der Delmenhorster Parkschule, die Jugendtanzgruppe der Delmenhorster Mevlana-Moschee und Mohammad Resa Mossadegh, der vor sieben Jahren als Asylbewerber aus dem Iran nach Ganderkesee gekommen ist. Mossadegh wird auch die Ausstellungseröffnung am Mittwoch musikalisch umrahmen.

Wolfgang Loest Redaktionsleitung / Redaktion Ganderkesee
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