Neuenlande 5,50 Meter hoch, 3,20 Meter breit – das sind die Maße von Neuenlandes neuestem „Bauwerk“. Viele Hände packten am Mittwochabend mit an, um – mitten auf einer moorigen Wiese an der Neuenlander Straße – ein Holzkreuz aus zwei alten Scheunenbalken zu installieren. Das rustikale Bauwerk ist Teil des künftigen, 65 Kilometer langen „Pilgerweges“ durch die südliche Wesermarsch, den Norden der Gemeinde Ganderkesee und der Stadt Delmenhorst sowie den Westen Bremens. Am Himmelfahrtstag, 29. Mai, ist die Einweihung geplant.

Kreuz auf der Gabel: Mit Trecker-Kraft wurde das hölzerne „Bauwerk“ an seinen neuen Standort bugsiert. Rudi Markwitz und Peter Holzenkämpfer (von rechts) halfen. BILD: Karsten Kolloge
Kreuz auf der Gabel: Mit Trecker-Kraft wurde das hölzerne „Bauwerk“ an seinen neuen Standort bugsiert. Rudi Markwitz und Peter Holzenkämpfer (von rechts) halfen. BILD: Karsten Kolloge

Die Einweihung des Pilgerweges findet am 29. Mai um 15 Uhr auf dem Winkelhof in Bremen-Strom, Stromer Landstr. 12, statt. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.

Der Pilgerweg führt vom Ritzenbütteler Sand (Weser) über Lemwerder, Alten-esch, Deichhausen, Bremen-Strom, Bremen-Rablinghausen, Huchting, Brokhuchting, Schohasbergen, Hasbergen, Schönemoor, Stenum und Neuenlande nach Bardewisch. Die 16 Stationen sind entweder Kirchen oder Kreuze oder beides zusammen. Drei Kreuze seien noch nicht fertiggestellt, sagte Meyer-Schürg.

16 Stationen wird der Pilgerweg haben. Drei davon befinden sich in der Gemeinde Ganderkesee: die ev.-luth. Katharinen-Kirche Schönemoor, die kath. St.-Michael-Kirche Stenum mit dem ganz in der Nähe aufgestellten neuen Kreuz – und eben Neuenlande.

Die Idee, in der flachen Landschaft ein Kreuz aus alten Ständer-Balken zu errichten, war in einer Arbeitsgruppe geboren worden, in der Ehrenamtliche aus evangelischen und katholischen Gemeinden der Region zusammenwirken. Allerdings: Die Idee war schnell entstanden, die Umsetzung dauerte schon etwas länger.

„Moor hält gar nichts, das ist wie Pampe“, erläuterte Peter Holzenkämpfer, Professor für Statik und Stahlbetonbau an der Jade-Hochschule. Also musste erst einmal eine Rammsondierung erfolgen, um die Bodenverhältnisse zu erkunden. Ergebnis: Die Moorschicht ist zwei Meter dick, darunter ist Sand.

So erhielt das Kreuz schließlich festen Halt durch einen Stahlträger, der durch das Moor in den Sand gerammt wurde, durch weitere Eisenstreben und ein Fundament.

Das Rohmaterial für das Kreuz stamme vom Hof Backenköhler in Schönemoor, berichtete Pastorin Susanne Wöhler. Dirk Struß aus Neuenlande übernahm den Transport nach Deichhausen – wo das Holz in einer Garage von Peter Holzenkämpfer sowie Rudi und Ole Markwitz bearbeitet und zusammengefügt wurde. Cord Hartjen übernahm es schließlich gemeinsam mit seinen Söhnen Axel und Tjark, das fertige Produkt nach Neuenlande zu chauffieren.

Dass so viele Menschen mit anpackten, sei typisch für die Projekte des Pilgerwegs, sagte Pastor Stephan Meyer-Schürg (Hasbergen), einer der „Motoren“ des Vorhabens. „Unheimlich viele“ Menschen würden sich mit einbringen, das Vorhaben setze sehr viele Ideen frei.

Die Idee zu dem Pilgerweg hatte ihren Ursprung in der Beobachtung, dass Menschen gern an Wegeskreuzen oder Gipfelkreuzen verweilen, auch alte Kirchen aufsuchen. Mit dem 65 Kilometer langen Kurs wolle man Menschen aus der Region die Möglichkeit bieten, ohne großen Aufwand eine wohltuende Auszeit vom oft hektische Alltag zu nehmen.


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Karsten Kolloge Harpstedt / Redaktion Wildeshausen
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