HUDE Ernste Gesichter, angespannte Körper und kontrollierte Bewegungen – bei den Proben der Ballettgruppe des TV Hude ist höchste Konzentration gefragt. Die jungen Frauen im Alter von 14 und 18 Jahren üben für das Stück „Kreis des Lebens“, entwickelt und choreographiert von ihrer Trainerin, Rena Hengst. „Die Idee für das Stück habe ich schon lange im Kopf. Jetzt denke ich, sind die Mädchen reif dafür“, sagt Hengst. Zu diesem Zeitpunkt würde es ihnen Spaß machen, früher wäre die Umsetzung nicht möglich gewesen, ist sich die Trainerin sicher.

In dem Stück können sich die Tänzerinnen richtig ausprobieren. Es zählen Mimik und Gestik, ernste Gesichtszüge sowie gespielte Emotionen spielen eine Rolle. „Bei diesem Stück haben die Mädchen außerdem die Möglichkeit, ihr technisches Können zu beweisen“, erklärt Hengst.

Es sei das erste Mal, dass sich die Tänzerinnen mit einem ernsten Thema auseinander setzen und nur die „Älteren“ zusammen auftreten würden. Die Grundlage des Balletts in fünf Bildern sind Gedichte von Rainer Maria Rilke. „Wir interpretieren die Gedichte aber nicht, sondern das Ballett und die Worte laufen parallel“, erklärt die Trainerin. Die Aufführung startet mit dem ersten Herzschlag – „das Leben beginnt“. Auf das zweite Bild „die Kindheit geht“ folgen „die Jugend tanzt“, „das Erwachsensein“ und die „Harmonie des Alters“. Bewusst würde der Tod in dem Ballett keine Rolle spielen. „Es geht schließlich um den Kreis und nicht den Weg des Lebens“, so Hengst.

Für die Mädchen ist dieses Projekt eine neue Erfahrung. Seit acht Jahren tanzen die Mädchen bereits in der bestehenden Konstellation zusammen. Noch nie haben sie sich so intensiv mit einem Stück auseinander gesetzt. Neu ist auch, dass es sich um eine offene Aufführung handelt. Das heißt, dass die Mädchen für etwa eine Stunde auf der Bühne sein werden und diese auch für den Kostümwechsel nicht verlassen werden. Sinn des Stückes ist, dass die Zuschauer in sich selbst schauen und nicht nur auf das Stück, wünscht sich die Ideengeberin. „Schön, dass wir den anderen beim Tanzen zuschauen können“, beschreibt Sara Jansen das Besondere an diesem Ballett. Auch mache man sich mehr Gedanken über das Stück, und das Tanzen habe mehr Bedeutung und Ausdruckskraft, sagt die 14-Jährige.

Bereits seit den Herbstferien proben die 14 Tänzerinnen für das Stück, das am 16. Mai in der Aula der Graf-Anton-Günther-Schule in Oldenburg aufgeführt wird. „Das ist das erste Mal, dass wir Gedichte in einem Ballett umsetzen. Ich hätte nie gedacht, dass man Worte so gut tänzerisch wiedergeben kann“, erklärt die 15-jährige Inga Linnemann. Die Hälfte des Stückes haben die jungen Frauen bereits einstudiert. Bis zu den Osterferien – bis zu vier mal wöchentlich wird trainiert – soll das Ganze stehen. Bis zur ersten Aufführung im Mai wird dann alles „verputzt“, so Rena Hengst.

Tänzerinnen der Balletgruppe des tv Hude führen „Kreis des Lebens“ auf

„Der Kreis des Lebens“ wird unter der Leitung von Trainerin Rena Hengst von Inga Linnemann, Linn Speidel, Tomke Brauwer, Lara Reckziegel, Mareike Backenköhler, Wiebke Hennies, Adina Suhr, Antje Neelen, Sofia Miller, Franziska Miehe, Michelle Schwithal, Sara Jansen, Sofia Haskamp und Katharina Janning auf die Bühne gebracht.

Die erste Aufführungen findet am Sonnabend, 16. Mai, um 19 Uhr in der Aula der Graf-Anton-Günther-Schule in Oldenburg statt.

„Open Air“ wird die Aufführung im Rahmen einer „Rilke-Nacht“ am Freitag und Sonnabend, 12. und 13. Juni, auf dem Burgmannshof in Hude zu sehen sein.

Einlass ist dort jeweils um 19 Uhr, um sich die Arbeiten der anderen Künstler zu den Gedichten von Rainer Maria Rilke anzuschauen. Zu sehen sein werden Fotografien von Heike Burgmann, Arno Kollmann und Helga Lange vom Fotoforum 75 Delmenhorst sowie Skulpturen von Bildhauer Wolf E. Schultz, die sich auf ihre Weise mit den Worten des Dichters auseinander setzen. Die Aufführung des Balletts findet dann auf einer Freilichtbühne ab 21 Uhr statt.

Die Kostüme werden auch für dieses Stück von Ingeborg Speidel kreiert und Maß gefertigt. Bei diesem Ballett stehen die Kleider aber eher im Hintergrund und wirken nur unterstützend.

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