Ganderkesee „Diesen Sound“, so sagt Ralf Wirtelewski, „hörst du sofort heraus.“ Der Motor einer Harley-Davidson brumme einfach anders als der von vergleichbaren Motorrädern. „Japaner haben versucht, den Klang nachzumachen. Aber sie kriegen es nicht hin.“ Am Wochenende war dieser unvergleichliche Sound in Ganderkesee oft zu hören. Der Grund: Der Motorradclub „Free Eagles“ aus Delmenhorst, der in einer alten Flakstellung nahe der Wildeshauser Landstraße sein Domizil hat, wurde 35 – und feierte mit Partys und Ausfahrten. Rund 300 Gäste feierten mit.

Martialisch mutet an, wie die Eagles gekleidet sind. Schwarz sind die Lederjacken, mit Kreuz und Totenkopf verziert. Doch wer da fliegende Rockerfäuste fürchtet, der liegt völlig falsch. Freundschaftlich ist das Klima, fast familiär. Per „Du“ werden die neu ankommenden Gäste begrüßt, auf Park- und Zeltmöglichkeiten hingewiesen. Noch vor der ersten Party am Freitag hatten einzelne Biker sich in Ganderkesee beteiligt, als es darum ging, Menschen mit Handicap zu kleinen Touren mitzunehmen.

Der deutsche „Free Eagles Motorcycle Club“ war 1975 gegründet worden – von Fans der US-Rockband The Doors, wie Mitglied Markus Meyerhof erklärt. Heute gebe es in 14 Städten Ableger, im Clubjargon „Chapter“ genannt. Was alle Mitglieder eint: Sie fahren Harley.

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Der Delmenhorster Chapter, 24 Mitglieder stark, hatte sich anfangs in Elmeloh getroffen. Später zog er nach Birkenheide  um,  dann nach Altenesch. Vor einigen Jahren kauften die Eagles die alte Flakstellung südlich von Ganderkesee und richteten ihr Domizil ein. Hier werden seither die Ausfahrten geplant – und hier wird gefeiert.

„Der Weg ist das Ziel“ beschreibt Markus Meyerhof ein zentrales Motiv fürs Mitmachen. „Gemeinsam zu fahren, darauf kommt es an.“ Einmal im Jahr sind – bei der „Familientour“ – auch Kinder dabei.

In ganz Europa seien die Eagles unterwegs, in Kroatien genauso wie in Portugal oder Wales. Dabei knüpfen sie auch zu anderen Bikern Kontakte, aus denen auch Freundschaften entstehen – wie etwa zu Takeshi Yamada, den sie in Norwegen an einer Raststätte kennenlernten. Auch der Japaner kam am Wochenende zum Feiern.

In Lettland, so erzählt Biker Timo, habe man bei einer Fahrt vor etwa vier Jahren einen Club gleichen Namens entdeckt. Seither besuche man sich gegenseitig.

Was für die Eagles „gesetzt“ ist: die gegenseitige Unterstützung. Man versuche alle Hebel in Bewegung zu setzen, wenn zum Beispiel ein Mitglied eines befreundeten Clubs eine Panne meldet oder eine Unterkunft sucht.

Natürlich sei nicht jede Ausfahrt auch Erholung, stellt „Ralle“ Wirtelewski klar. „Im April bei 3 Grad im Schneeregen zu fahren, ist kein Vergnügen.“ Andererseits: „Solche Touren vergisst man nicht.“ Und: „Nur bei Sonnenschein fahren, das kann jeder.“

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Karsten Kolloge Harpstedt / Redaktion Wildeshausen
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