Harpstedt Was haben Zar Peter der Große oder die Bremer Industriellenfamilie Lahusen mit der Geschichte des Hegerings Harpstedt zu tun? Davon erzählt die Chronik „Zeitgeschichte des Hegeringes Harpstedt“, ein ehrgeiziges Projekt, das Heinz Nienaber und Reimer Grape schon vor einem Jahr in Angriff genommen haben.

„Geschichtliches zu erhalten, ist aus meiner Sicht für uns alle eine wichtige Aufgabe. Ich weiß das aus eigener Erfahrung. Für mich sind nach dem Tod der Großeltern viele Fragen offen geblieben. Überlieferungen, die unwiederbringlich verloren sind. Für nachfolgende Generationen haben wir eine Verpflichtung, so viel Wissen wie möglich weiterzugeben“, sagt Nienaber.

„Ich hoffe, dass wir das Endprodukt Chronik interessant gestalten, immerhin soll es auch neben der Beschreibung der Reviere um die wunderschöne Harpstedter Landschaft, eingebettet in den Gesamtraum Wildeshauser Geest, gehen.“

Vor einem Jahr war ein Arbeitskreis besetzt mit Heiner Cordes, Reimer Grape, Gert Weidenhöfer, Heinz Witte, Bernhard Wöbse und Heinz Nienaber gegründet worden. Hegeringleiter Rudolf Alfken ist bei den zweimonatlichen Treffen gerngesehener Gast.

Inzwischen liegen zehn DIN A4-Seiten von Rolf Rohlfs druckfertig vor. „Sie beziehen sich auf den Beginn des Buches und sind als Einleitung anzusehen“, erklärte Heinz Nienaber.

Inhaltlich geht es um den Themenkomplex Mensch und Jagd, von Beginn der Menschheit an bis zum heutigen Jagdgeschehen im Hegering Harpstedt. Aber auch gesellschaftspolitische Themen werden erwähnt.

„Außerdem liegen uns Texte aus den Revieren Harpstedt, Klein Henstedt, Reckum, Hölingen, Klosterseelte, Holzhausen-Brammer und Groß Köhren vor, aber auch aus den Eigenjagden Köhler Holzhausen, Thöle Beckeln, Wohler Hackfeld und Wendland Rüdebusch“, so Nienaber. In Arbeit seien die Ausführungen aus Groß Ippener, Kirchseelte, Spradau und der Kreis-Jägerschaft (Erich Kreye). Es geht zum Beispiel um eingefangene Wildschweine im Forst in Brammer, die mit der Bahn nach Bremen gingen. Oder die Geschichte der Industriellen-Familie Lahusen (Nordwolle), die in den 20er Jahren nahe Brammer über 100 Hektar aufgekauft und ein Jagdhaus erbaut hätten sowie ein Beitrag darüber, dass in Spradau um 1700 50 Hunde im jagdlichen Einsatz waren.

Am interessantesten ist aber die Geschichte um Zar Peter den Großen, der auf dem Weg von Hamburg über Bremen nach Amsterdam in Klein Henstedt Station gemacht haben soll und vom Wirtshauspersonal kaum erkannt wurde.

Gedruckt werden soll die Chronik in einem Format von 24 mal 23 Zentimetern. „Bislang haben wir insgesamt 65 Seiten vorliegen, die im Buch 120 Druckseiten inklusive Fotos und Rubriken bedeuten würden“, sagte Nienaber weiter.

Ein ungefähres Erscheinungsdatum gibt es auch schon: „In zwölf Monaten wollen wir fertig werden.“

Immer noch sind die Initiatoren auf der Suche nach Bildern und Anekdoten. Deshalb können alte Dokumente und Aufnahmen an Reimer Grape gesendet werden. Die E-Mail-Adresse lautet reimer-grape@t-online.de.

Christian Quapp Redakteur / Redaktion Westerstede
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