Wildeshausen /Stenum Dieser Abiturjahrgang ist ein besonderer, hatte Direktor Ralf Schirakowski bei der Verabschiedung der Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Wildeshausen kürzlich noch betont. Damit meinte er einerseits die überdurchschnittlichen schulischen Leistungen, andererseits das soziale und verantwortungsvolle Verhalten der jungen Leute. Deshalb konnte er sich am Montag nicht vorstellen, dass einer seiner Abiturienten mit der Schlägerei auf dem Abiball am Wochenende zu tun hat (siehe Region Seite 11). „Dieser Jahrgang ist mit allen Veranstaltungen und Feiern sehr umsichtig umgegangen“, so Schirakowski.

Keine Gymnasiasten

Die Polizei bestätigte sein Gefühl. Die beiden 21 und 23 Jahre alten Männer, die die Polizei in der Nacht zum Sonnabend in Gewahrsam nahm, gehören nicht dem Abiturjahrgang an, es handelt sich auch nicht um ehemalige Schüler des Gymnasiums.

Junge Randalierer erwartet Strafverfahren

„Es war ein toller Abiball“, meinte Jahrgangssprecher Jan-Henrik Wulf am Montag. „Die meisten Gäste sind spätestens mit der zweiten Bustour um 3.30 Uhr zurück nach Wildeshausen gefahren, obwohl viele noch gerne weiter gefeiert hätten“, so Wulf.

„Die meisten von uns haben erst am anderen Tag von dem Vorfall gehört“, erzählte Luisa Neu. Die 18-jährige Abiturientin gehört zum Organisationsteam des Abiballs und hatte zusammen mit Mitschülerin Amelie Hildebrandt den Vertrag mit dem Wirt Uwe Vosteen vom Hotel Backenköhler in Stenum geschlossen.

„Mit der Eintrittskarte war ein freier Getränkeausschank bis 2.30 Uhr verbunden“, erklärte Neu und verwies auf den schriftlichen Vertrag. „Danach musste jeder seine Getränke individuell bezahlen.“ Einige Gäste hätten sich beklagt, dass um halb drei die Getränke von ihren Tischen abgeräumt worden seien. Ob das mit zu einem Stimmungsumschwung geführt hat, ist unklar.

Eine Viertelstunde länger

Um halb vier sei der Abiball noch in vollem Gange gewesen, erinnerte sich Neu. Es habe aber genug Leute gegeben, die noch länger feiern wollten. „Ich konnte bei Herrn Vosteen aber nur noch eine Viertelstunde herausholen.“

Die 18-Jährige sei um 3.40 Uhr wie viele andere Gäste mit den bestellten Bussen nach Wildeshausen gefahren. Neu betonte, dass mit dem Gastronomen nicht schriftlich vereinbart gewesen sei, dass der Abiball um 3.30 Uhr endet.

Insgesamt seien 565 Gäste auf der Veranstaltung gewesen, berichtete Neu – 415 seien um 19 Uhr zum Essen gekommen, weitere 150 Personen um 22 Uhr. Letztere hätten im Vorfeld nur eine Getränkekarte bestellt.

Im Organisationsteam wird nun überlegt, ob das Gespräch mit dem Wirt gesucht wird, zum einen wegen einiger Punkte, die den Abiturienten nicht gefallen hätten, zum anderen wegen der Schlägerei.

Der Abiturjahrgang distanzierte sich am Montag von der Schlägerei. Er verurteilte jede Form von Gewalt.

Christoph Koopmeiners Wildeshausen/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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