Westerburg Aufgefallen war sie ihm schon, als sie im März 1945 mit einem Flüchtlingstreck aus Ostpreußen in Höven ankam – neben den Pferdewagen her laufend und gerade 17 Jahre alt. Da ahnte freilich niemand, das daraus eine Liebe werden würde, die auch Jahrzehnte später noch hält: An diesem Sonnabend feiern Ursula (86) und Alfred Schmidt (85) aus Westerburg das seltene Fest der eisernen Hochzeit: Am 10. Mai 1949 gaben sie sich das Ja-Wort. Dass sie sich in so jungen Jahren kennen und lieben gelernt haben, ist für „Ursel“ Schmidt, wie Verwandte und Freunde sie nennen, zugleich auch ein Stückchen ihres Rezepts für eine lange, harmonische Partnerschaft: „Wenn man jung ist, etwas gemeinsam macht und sich anpasst, findet man zusammen.“ So geht das Jubelpaar nun schon 65 Jahre Seite an Seite durchs Leben.

Geboren wurde Ursula Schmidt, geborene Sonnenberg, 1928 im ostpreußischen Freystadt unweit des elterlichen Hofs in Groß Rosainen. Nach dem Zweiten Weltkrieg verschlug es die Familie nach Westerburg, wo sie zunächst ein gemeinsames Zimmer bewohnte. Hier im Ort lernte die junge Frau auch ihren späteren Mann Alfred kennen – ein „Ur-Wardenburger“, wie er lächelnd bestätigt. Der heute 85-Jährige lebte auf dem landwirtschaftlichen Gehöft, das schon die Großeltern erworben hatten und das er selbst später gemeinsam mit seiner Frau bewirtschaftete, ehe er es wiederum an den Sohn weitergab. Seine Frau war bis zur Heirat in einem Oldenburger Stahlwarengeschäft tätig, ehe sie zu ihm auf den Hof zog und dort mitarbeitete, sich um den Haushalt und die beiden Kinder kümmerte.

Anfang der 1980er Jahre übernahm der Westerburger dann eine neue Aufgabe beim Aufbau der Deichschäferei der Hunte-Wasseracht, wofür das Paar für mehrere Jahre in eine Dienstwohnung in Höven zog. Die Anstellung als Schäfer war für den Schaf-Liebhaber eine besondere Freude: Schon in früheren Jahren hatte er Heidschnucken gehalten. „Schafe sind sein Hobby“, erzählt Ursula Schmidt, die in Höven ebenfalls gut zu tun hatte: Immerhin wollte der Garten rund um das neu gebaute Haus angelegt werden.

Gartenarbeit ist auch heute noch ein gemeinsames Hobby der Eheleute, die mittlerweile ein Häuschen neben dem Hof des Sohnes bewohnen: Aus dem Wohnzimmer blicken sie direkt auf die Hofgebäude.

Dort war anno 1949 auch die Hochzeit gefeiert worden – eine kleine, einfache Feier in schlechten Zeiten. Und dort wird nun ebenso im Kreise der Familie die eiserne Hochzeit begangen: Neben Sohn Reinhard und Tochter Karin mit ihren Ehepartnern sowie dem Enkel werden dazu auch Vertreter von Gemeinde und Vereinen gratulieren. Immerhin ist das Jubelpaar vielseitig aktiv gewesen: ob in Kegelclubs, er im Kirchenrat, sie im Landfrauenverein oder beide über Jahre im ehemaligen Gesangverein Westerburg. Und wenn heute „irgendwo was gesungen wird, muss sie mit einstimmen“, erzählt Alfred Schmidt schmunzelnd über seine Frau. Und die lächelt dann wieder fast so schelmisch wie eine 17-Jährige.


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Astrid Kretzer Wardenburg / Redaktion Wardenburg
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