Der Mann ist in Funk und Fernsehen bekannt als Freund des deftigen Wortes. Ein genervtes „Sch . . .“ wird Jürgen Drews sich wohl auch nicht verkniffen haben, als er in der Nacht zum Sonntag mit seinem Auto auf irgendeinem Weg am Stenumer Wald stehengeblieben war und nicht mehr weiter wusste. Sein Navigationsgerät hatte ihn über den Hohenborn nach Schönemoor führen wollen, wo der Schlager-Star von Fans und Veranstalter dringend erwartet wurde. Da der Hohenborn eine einzige Baustelle ist, musste „Onkel Jürgen“ die Umleitung nehmen – und verfuhr sich glatt. Zum Glück hatte er die Handy-Nummer von Festwirt Peter Burgdorf gespeichert – der holte den Verirrten in Stenum ab und geleitete ihn zur „Schöne-Moorfete“, wo der „König von Mallorca“ sein Bestes gab, um das Publikum über die Verspätung von gut einer Stunde hinwegzutrösten.

Recht pünktlich waren indes am Abend darauf die Schönemoorer Schützen: Die Proklamation ihrer neuen Könige begann ziemlich pünktlich und wie geplant um 19 Uhr – was bei Schützenfesten keine Selbstverständlichkeit ist. Die Kür der neuen Könige moderierte sehr souverän Schriftführer Raimund Lossie, denn Vorsitzender Eilert Kämena war sozusagen aus dienstlichen Gründen verhindert: Er amtierte ja bis zur Übergabe der Kette an seinen Nachfolger und besten Freund Horst Bensemann noch als Schützenkönig. So bot sich Raimund Lossie die Chance, sein Talent am Mikro zu beweisen – und die nutzte er mit launigen Sprüchen und gutem Gefühl für Spannungsaufbau. So behauptete er unter anderem, dass keineswegs ein neues Königshaus gesucht werde, sondern „ein neuer Vorstand für die FPS – die Freibier-Partei Schönemoor“.

Dieser Partei dürfte sich im Laufe des Abends auch Harm Ehlers angeschlossen haben: Der Vorsitzende des Orts- und Heimatvereins Schönemoor sah aus der Schützenriege als stolzer Vater zu, wie eines seiner Kinder nach dem anderen auf die Bühne gebeten wurde: Zunächst Fynn Ehlers als Schülerkönig, dann René Ehlers als Jugendkönig und zwischendurch auch noch Kim-Alina Ehlers als Jugendvizekönigin.

Grund zur Freude hatten schon Stunden zuvor mehrere Mitglieder des Schützenvereins gehabt: Beim Empfang an der „Königsallee“ – dem Heuweg, wo Eilert Kämena wohnt – waren nicht nur alle Schützen laut Raimund Lossie „bestens bewirtet“ worden, sondern einige auch für langjährige Mitgliedschaft geehrt. Stattliche 60 Jahre im Verein ist Erwin Dombrowski, auf 40 Jahre bringt es Manfred Bührmann, und für 25-jährige Treue zum SV Schönemoor wurden Daniel Hadasch und Dietmar Gerken ausgezeichnet. Weitere Urkunden bekommen Karl Rohlfs (40 Jahre) sowie Karl-Heinz Lüers, Cora Spille und Helge Tscherbitschke (alle 25 Jahre), die nicht anwesend waren.

Punkte für Anwesenheit bei der Proklamation erhält Frank Eger. Der Landrat traf nur etwas verspätet ein und stand zunächst im Hintergrund. Als Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas und ihre Stellvertreterin Christel Zießler auf ihn aufmerksam wurden, eskortierten sie ihn aber sofort in einer konzertierten Aktion Arm in Arm vor die Bühne.

Alle drei hatten kurz zuvor noch die Siegerehrung beim Gemeindefeuerwehrtag in Bergedorf verfolgt – und dabei ihre Stimmkraft unter Beweis stellen müssen, denn die Mikrofonanlage der Freiwilligen Feuerwehr Bergedorf zeigte sich an diesem Tag nicht so einsatzbereit wie die Wettkämpfer der sechs Ortswehren. Schon bei der Eröffnung ging gar nichts: Alle Redner mussten laut rufen. Und als am Abend zunächst die Ansprache des Ortsbrandmeisters Jens Schröder von ständigen Mikro-Aussetzern „zerhackt“ wurde, verzichtete man für den Rest der Zeremonie ganz auf technische Unterstützung.

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Der Stimmung tat das keinen Abbruch. Besonders die gastgebende Feuerwehr Bergedorf wurde gelobt und beschenkt anlässlich ihres 70-jährigen Bestehens. Etwas Besonderes hatte Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas gefunden: ein Windspiel aus Metall mit dem viergeteilten Feuerwehr-Logo mittendrin. Noch mehr gefreut hat sich Ortsbrandmeister Jens Schröder indes über die folgende Beförderung zum Brandmeister: „Die Überraschung ist volle Pulle gelungen“, sagte er.

Ebenso überrascht mit einer Auszeichnung wurde Gemeindebrandmeister Horst-Dieter Meyer: Für sein 40-jähriges „großes Engagement“ in der Feuerwehr auf den verschiedensten Ebenen überreichte ihm Peter Sparkuhl, der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, die Silberne Verdienstmedaille des Oldenburgischen Feuerwehrverbandes (OFV). Zuvor hatte bereits Thomas Ramke von der Ortswehr Bookholzberg für seine Ausbilder-Tätigkeit die bronzene Ehrennadel des OFV erhalten.

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