Brake 67 Minuten lang lief alles nach Plan von Thomas Baake. Der Trainer des VfL Stenum und seine Bezirksliga-Fußballer führten beim hoch gehandelten SV Brake mit 1:0, verteidigten diszipliniert und kämpften sehr aufopferungsvoll. Doch was folgte, konnte sich der Stenumer Coach auch kurz nach dem Abpfiff nicht erklären: Der VfL geriet innerhalb von acht Minuten in Rückstand und verlor am Ende deutlich mit 1:4 (1:0).

„Das Ergebnis spiegelt den Spielverlauf nicht wider. In meinen Augen haben wir ein super Spiel gemacht. Brake hat über weite Strecken mehr zurückgespielt als nach vorne“, betonte Baake.

Zunächst begannen die Gäste aus Stenum im neuen 4-1-4-1-System jedoch nervös. Nach einem Ballverlust in der Vorwärtsbewegung kam Brakes Christopher Nickel per Lupfer zu einer ersten Torannäherung (1. Minute). Der VfL stabilisierte sich erst mit zunehmender Spieldauer in der Arbeit gegen den Ball und nutzte prompt die erste sich bietende Gelegenheit: Eine Hereingabe von Julian Dienstmaier fand zunächst keinen Abnehmer im Zentrum. Als die Situation im Grunde schon geklärt schien, sprintete Ole Braun dazwischen und erzielte aus spitzem Winkel die Gästeführung (23.).

In der Folge zog sich der VfL zwar zurück, ließ im eigenen Strafraum jedoch kaum etwas anbrennen. Lediglich zwei Distanzschüsse von Norman Preuß entfachten vor der Pause Gefahr für das Stenumer Gehäuse (34./38.). Dieses Bild änderte sich im zweiten Durchgang nur bedingt – bis zur 67. Minute: Ein Zuspiel von Mirko Jankowski verwertete Nickel gekonnt, indem er Stenums Keeper Maik Panzram umkurvte und zum 1:1 einschob. „Da haben wir zum ersten Mal nicht entschlossen verteidigt“, monierte Baake, dessen Laune sich fortan nicht verbessern sollte.

Stenum wirkte nach dem Ausgleich geschockt, Brake erhöhte dagegen die Schlagzahl. So scheiterte Jankowski per Direktabnahme am glänzend reagierenden Panzram (69.). Schließlich drehte Brake die Partie komplett – allerdings auf umstrittene Weise: Eine Flanke von Preuß köpfte Andre Jaedtke zunächst Richtung Tor, ehe Nickel den Ball aus abseitsverdächtiger Position wohl mit dem Kopf touchierte und aus kurzer Distanz zum 2:1 traf (75.). „Das ist schon frech“, haderte Baake mit dem Schiedsrichtergespann um Peter Labuda. „Meine Spieler haben mir erzählt, dass sogar Nickel zugegeben hat, am Ball gewesen zu sein. Der Schiedsrichter hätte ihn nur fragen müssen.“

Zehn Minuten vor dem Ende setzte der Stenumer Coach alles auf eine Karte und stellte auf eine Dreierkette um. So spielten die Gastgeber ihre Stärken im Konterspiel aus und schraubten das Ergebnis durch Nico Westphal (87.) und Nickel (89.) in die Höhe.

Damit verspielte der VfL in dieser Saison bereits 14 Punkte nach Führung. „Das ist natürlich eine Statistik, die kein Trainer gerne hat. Wir sind möglicherweise noch zu Grün hinter den Ohren“, meinte Baake, der gleichzeitig betonte: „Heute sind wir aber unter Wert geschlagen worden.“

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