Dünsen Kerzengerade fließt der Dünsener Bach parallel zur Straße Im langen Tal in Richtung Norden – fast wie ein kleiner Kanal. Aber das dürfte sich ändern. Mit einem Kostenaufwand von 70 000 Euro wird der Bach derzeit auf etwa 800 Metern Länge nördlich der Hauptstraße renaturiert. Am Montagabend informierte Matthias Stöver, Geschäftsführer des Ochtumverbandes, beim Dünsener Bürgerstammtisch über das Projekt. Mit den mehr als 20 Teilnehmern unternahm er auch eine Vor-Ort-Besichtigung.

Wie eine Autobahn

Zunächst zur Ausgangssituation. Dass in manch einem Gewässer heute das Wasser „autobahnmäßig“ abgeleitet wird, sei oft Folge von Meliorationsmaßnahmen in den 1950er oder 1960er Jahren, erklärten Stöver und Heinz-Jürgen Greszik, „Motor“ des Bürgerstammtisches. Seinerzeit sei es vorrangiges Ziel gewesen, die Ertragsfähigkeit des Bodens zu steigern. Auf den Naturhaushalt sei dabei nur wenig Rücksicht genommen worden.

In der Folge sei im Dünsener Bach eine Sohle aus Sand entstanden, berichtete Stöver. „Das ist wie eine Wüste im Wasser.“ In der teils 20 bis 30 Zentimeter dicken Sandschicht gebe es nur wenig Leben.

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Ein Ziel bei den in der zweitletzten Juni-Woche angelaufenen Maßnahmen ist, den Sand wegzuspülen. Dazu seien Strömungslenker eingebaut worden, teils aus Totholz, teils aus Kies, wie Stöver vor Ort zeigte. Dadurch werde die Fließgeschwindigkeit an diesen Stellen erhöht.

Im Totholz entwickelten sich beim allmählichen Verfaulen Kleintiere als Nahrungsquelle für Fische. Die Kiesbänke würden zum Lebensraum zum Beispiel für Larven – die ebenfalls auf dem Speiseplan von Fischen stehen. Und: Kies diene Fischen als Laich-Habitat.

Durch die Einbauten werde das Wasser in Richtung Westen gelenkt, zeigte der Mann vom Ochtumverband. Der Hintergrund: Das westliche Ufer, wo durch den Wasserdruck Bachschlingen entstehen dürften, befindet sich ganz wesentlich im Eigentum des Landkreises.

Gerade fertiggestellt ist nach Stövers Worten eine Sohlgleite an einer Bachstelle mit knapp 70 Zentimetern Pegeldifferenz. Sie diene der ökologischen Durchgängigkeit. Will heißen: Sie soll Fischen den Aufstieg in Richtung Bachquelle ermöglichen.

Die Maßnahmen zur Strukturverbesserung sollen nach den Plänen des Ochtumverbandes in dieser Woche abgeschlossen werden.

Wurzeln als Versteck

Noch nicht entschieden ist, ob am Ufer Erlen gepflanzt werden. Sie wurzeln in die Breite, befestigen dadurch das Ufer und bieten Fischen im Wurzelreich Versteckmöglichkeiten. Der Ochtumverband beziehe die Pflanzen von einer eigenen Erlenansaatfläche, sagte Stöver.

Was die Kosten betrifft, werde die Maßnahme vom Land Niedersachsen und der EU mit einer Förderquote von 90 Prozent bezuschusst. Den Rest trügen Ochtumverband und Landkreis Oldenburg.

Stöver appellierte an die Anlieger des Dünsener Bachs, keine Gartenabfälle am Ufer abzuladen.

Karsten Kolloge Harpstedt / Redaktion Wildeshausen
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