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Wildeshausen /Landkreis Was denkt ein Autofahrer im Landkreis Oldenburg, wenn er das Wort Flensburg hört? Vermutlich an die „Verkehrssünderdatei“, wie sie im Volksmund heißt. Und die gibt es jetzt seit 60 Jahren. Am 2. Januar 1958 ging das Verkehrszentralregister des Kraftfahrtbundesamtes an den Start. Mit Einführung des neuen Punktesystems (siehe Infobox) im Jahr 2014 heißt es offiziell Fahreignungsregister.

Alkohol und Drogen

73 Autofahrer aus dem Landkreis Oldenburg mussten im vergangenen Jahr ihren Führerschein bei der Kreisverwaltung in Wildeshausen abgeben. Der Landkreis ist im Auftrag des Landes für die Überwachung des fließenden sowie in Dötlingen und Harpstedt auch für den ruhenden Verkehr zuständig. „Es gibt verschiedene Gründe, weswegen wir den Führerschein entzogen haben“, sagt Siegfried Bluhm, der Leiter des Straßenverkehrsamtes. Als Gründe nennt er Alkohol und Drogen, aber auch gesundheitliche Einschränkungen (Epileptiker, Demenz) sowie altersbedingte Fahrunfähigkeit.

Acht Punkte sind zu viel

Seinen „Lappen“ abgeben muss aber auch, wer acht Punkte auf dem Konto in Flensburg hat. Einen Punkt gibt es zum Beispiel, wer außerorts zwischen 21 und 25 km/h zu schnell fährt. Hinzu kommt 70 Euro Bußgeld.

Die neue Geschwindigkeitsüberwachungsanlage des Landkreises. Der Anhänger kommt auch nachts zum Einsatz. BILD: Landkreis/Galeotti
Die neue Geschwindigkeitsüberwachungsanlage des Landkreises. Der Anhänger kommt auch nachts zum Einsatz. BILD: Landkreis/Galeotti

Auszug aus dem Bußgeldkatalog für Kraftfahrzeuge

Innerorts zu schnell:
 bis 10 km/h: 15 Euro (€)
 11 bis 15 km/h: 25 €
 16 bis 20 km/h: 35 €
 21 bis 25 km/h: 80 € und 1 Punkt (P)
 26 - 30 km/h: 100 e ,1P
 31 bis 40 km/h: 160 €, 2 P, 1 Monat Fahrverbot (F)
 41 bis 50 km/h: 200 €, 2 P, 1 Monat F

Außerorts zu schnell:
 bis 10 km/h: 10 €
 11 bis 15 km/h: 20 €
 16 bis 20 km/h: 30 €
 21 bis 25 km/h: 70€, 1P
 26 bis 30 km/h: 80 €, 1 P
 31 - 40 km/h: 120 €, 1P
 41 bis 50 km/h: 160 €, 2 P, 1 Monat F

Alkohol: Verstoß gegen die 0,5 Promillegrenze im Straßenverkehr:
 1. Mal: 500 €, 2 P, 1 Monat F
 2. Mal: 1000 €, 2 P, 3 Monate F
 3. Mal: 1500 €, 2 P, 3 Monate F

Drogen:
 1. Mal: 500 €, 2 P, 1 Monat F
 2. Mal: 1000 €, 2 P, 3 Monate F
 3. Mal: 1500 €, 2 P, 3 Monate F

Handy: 100 € und 1 P

Rote Ampel:
 Ampel bei Rot überfahren: 90 Euro, 1 P
 mit Gefährdung: 200 €, 2 P, 1 Monat F
 länger als eine Sekunde Rot: 200 €, 2 P, 1 Monat F und je nach Tatbegehung eine Geldstrafe sowie Führerscheinentzug und möglicherweise Freiheitsstrafe bis fünf Jahre

Auf der Punkteskala gibt es laut Bluhm vier Kategorien. Autofahrer mit bis zu drei Punkten werden von der Kreisverwaltung vorgemerkt. Eine Ermahnung erhalten Autofahren bei vier und fünf Punkten. Bei sechs und sieben Punkten erfolgt eine Verwarnung, bei acht der Entzug des Führerscheins. „Wir haben im vergangenen Jahr 535 Ermahnungen ausgesprochen“, berichtet Bluhm. Diese Personen haben vier oder fünf Punkte in Flensburg. Zum Vergleich: 2013, also vor der Novellierung des Punktesystems, waren es 428 Ermahnungen und 90 Führerscheinentzüge (2017: 73).

Bluhm betont, dass es dem Landkreis bei der Überwachung des fließenden Verkehrs vor allem darum geht, die Geschwindigkeit und damit die Zahl der schweren Verkehrsunfälle im Landkreis Oldenburg weiter zu senken. Von Abzocke der Autofahrer könne keine Rede sein.

Die Verwarn- und Bußgelder, die die Messtrupps von Polizei und Landkreis registrieren, fließen in den Haushalt des Kreises. Laut Bluhm gab es im Vorjahr 33 825 Verkehrsverstöße mit Einnahmen von 1,8 Millionen Euro. 2016 waren es 42 070 Fälle mit 2,1 Millionen Euro an Verwarn- und Bußgeldern. Neben dem Personal und den Fahrzeugen mit ihren Radaranlagen wird von dem Geld auch Fahrsicherheitstraining für junge Leute und Senioren finanziert.

Neben den drei mobilen Geschwindigkeitsmessanlagen des Landkreises verfügt die Autobahnpolizei über eine Abstandsmessanlage. „Die Autobahnpolizei hat mit der Anlage im Vorjahr 3217 Verstöße geahndet“, so Bluhm. Die Polizei leite nur die krassen Verstöße weiter, die gleich ein Bußgeld (ab 80 Euro und ein Punkt) ergeben. Das ist dann der Fall, wenn ein Autofahrer unter einem Viertel der Tachogeschwindigkeit auf den vorausfahrenden Wagen auffährt. Beispiel: Jemand ist auf der Autobahn mit 120 km/h unterwegs und fährt weniger als 30 Meter auf den vor ihm fahrenden Wagen auf. Drei Polizisten der Autobahnpolizei kümmern sich laut Bluhm speziell um die Abstandsmessung auf den Autobahnen 1, 28 und 29.

Der Landkreis hat jetzt eine vierte Geschwindigkeitsüberwachungsanlage gekauft. Der Vorteil: Der Anhänger wird am Straßenrand aufgestellt und benötigt während des Betriebes kein weiteres Personal. „Wir wollen die Anlage insbesondere nachts einsetzen“, so Bluhm. Dabei habe er auch das Personal im Auge. „Unsere Kollegen werden immer öfter beschimpft.“ Von der Polizei wisse er, dass auch der Respekt vor der Uniform nachgelassen habe.

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Christoph Koopmeiners Wildeshausen/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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