Wildeshausen /Landkreis Zwei Monate nach dem Brandanschlag auf den Blitzer-Anhänger des Landkreises Oldenburg hat die Kreisverwaltung ein Ersatzgerät im Einsatz. „Unsere semistationäre Geschwindigkeitsüberwachungsanlage wird noch vom Hersteller untersucht, ob sie reparabel ist“, sagt der Leiter des Straßenverkehrsamtes, Siegfried Bluhm. „Deshalb haben wir seit 1. August ein Leihgerät des Herstellers im Einsatz.“

Ermittlungen dauern an

Wie unsere Zeitung berichtet hatte, war der Blitzer-Anhänger am Himmelfahrtstag in Steinloge an der G 213 in Brand gesteckt worden. Der oder die Täter setzten dafür Altreifen und Brandbeschleuniger ein. Nach Auskunft der Polizei dauern die Ermittlungen an. Unter anderem würden Blitzer-Daten, die durch den Brand nicht zerstört worden seien, ausgewertet.

Die Überwachungsanlage war laut Bluhm versichert. Das Ersatzgerät sei erst einmal für zwei Monate gemietet worden. Ein neues Gerät kostet 150 000 Euro.

Aktuell steht es an der Bassumer Straße in Harpstedt. In der Regel bleibt es für eine Woche bis zehn Tage an einem Standort. „Die Bassumer Straße hat wegen des vielen Wildwechsels ein großes Unfallpotenzial“, so Bluhm. Erst im Juli habe es kurz hinter der Kreisgrenze einen tödlichen Unfall gegeben. Ende April sei auf der Bassumer Straße ein Autofahrer mit 192 Stundenkilometern geblitzt worden. Erlaubt sei dort Tempo 100. Im März sei dort ein Pkw-Fahrer mit 188 km/h gemessen worden.

Bluhm betont in dem Zusammenhang, dass es dem Landkreis bei der Überwachung des fließenden Verkehrs vor allem darum gehe, die Geschwindigkeit und damit die Zahl der schweren Verkehrsunfälle zu senken. Von Abzocke könne keine Rede sein. „Die Erfahrung zeigt, dass wir durch die permanente Überwachung das Tempo langsam gesenkt bekommen“, so Bluhm.

Bis zum Brandanschlag war der Blitzer-Anhänger 19 Monate im Einsatz. Im Jahr 2018 registrierte die Anlage 10 299 Verstöße. Davon waren 7862 Verwarngelder und 2437 Bußgelder. In 71 Fällen folgte ein Fahrverbot. Der Blitzer-Anhänger generierte Einnahmen von 380 565 Euro.

38 077 Verstöße 2018

Insgesamt verfügt der Landkreis Oldenburg über vier Geschwindigkeitsüberwachungsanlagen. Für drei von ihnen ist Personal erforderlich. Zudem besitzt die Polizei eigene Geräte, darunter eine Abstandsmessanlage. Alle Verstöße laufen bei der Kreisverwaltung auf. Laut Bluhm waren das im vergangenen Jahr 38 077. Davon waren 24 399 Verwarngelder und 13 378 Bußgelder. 565-mal wurde ein Fahrverbot ausgesprochen. Auf der Einnahmenseite verbuchte der Landkreis 2018 insgesamt 2,012 732 Millionen Euro. 2017 waren es 1,8 Millionen Euro, 2016 insgesamt 2,1 Millionen Euro. Neben dem Personal und den Fahrzeugen mit ihren Radaranlagen werden von dem Geld auch Fahrsicherheitstrainings für junge Leute und Senioren finanziert.

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Christoph Koopmeiners Wildeshausen/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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