Wildeshausen /Landkreis „Ich denke wir sind uns einig, dass etwas passieren muss.“ Das hat Landrat Carsten Harings vor dem Umwelt- und Abfallwirtschaftausschuss des Landkreises Oldenburg zur Bekämpfung des Borkenkäferbefalls im Landkreis gesagt. Auf Antrag der CDU-Kreistagsfraktion berieten die Mitglieder des Ausschusses am Dienstag, ob der Landkreis die Beseitigung befallener Baumbestände in Privatwäldern mit bis zu 30 000 Euro unterstützen soll.

Eine kostendeckende Beseitigung von Totholz sei wegen der niedrigen Holzmarktpreise derzeit nicht möglich, begründete der Antrag der CDU-Fraktion diese Forderung. Besonders das noch in den Wäldern liegende Holz von Baumkronen müsse als Brutmaterial für Borkenkäfer unbrauchbar gemacht werden. Eine für Waldbesitzer kostenneutrale Beseitigung sei nötig, um eine weitere Eskalation des Befalls im kommenden Jahr zu verhindern.

SPD-Ausschussmitglied Axel Brammer verwies darauf, dass Waldbesitzer zu diesem Zweck sowohl vom Land Niedersachsen als auch vom Bund bereits Zuschüsse beantragen könnten. Die Förderung durch den Landkreis dürfe nur dann greifen, wenn es keine anderen Mittel gebe, forderte er.

Diese Fördermittel zu bekommen, sei aber mit einer Menge Bürokratie verbunden, meinte FDP-Ausschussmitglied Michael Feiner. Insbesondere für die vielen Besitzer kleiner Waldflächen im Landkreis bedeute das großen Aufwand und lange Wartezeiten. Gerade auf kleinen Flächen, darauf wies Ausschussvorsitzender Günther Westermann von der CDU hin, werde das Totholz, wenn finanzielle Mittel fehlten, oft liegen gelassen. Die beiden forderten, prophylaktisch eine Summe im Haushalt bereitzustellen. Wenn im Frühjahr ein Befall erkannt werde, so Feiner, gebe es ein Zeitfenster von etwa sechs bis acht Wochen, bevor die Käfer gesunde Fichten befallen würden. Es gelte daher, mit den bereitgestellten Mitteln schnellstmöglich handeln zu können.

Wegen möglicher Befangenheit enthielten Feiner und Westermann sich der anschließenden Abstimmung. Bei einer Gegenstimme und den beiden Enthaltungen stimmten die Ausschussmitglieder dem Beschlussvorschlag zu. Dieser sieht vor, dass der Landkreis die Bekämpfung des Borkenkäfers durch Privatwaldbesitzer im Haushaltsjahr 2020 mit 30 000 Euro unterstützt. Diese Förderung soll nur greifen, sofern sich keine praktikable Zuschussmöglichkeit durch das Land Niedersachsen erschließen lässt. Dieser Vorschlag wird nun dem Kreisausschuss am 9. Dezember vorgelegt und steht anschließend bei der nächsten Sitzung des Kreistages am 17. Dezember zur Abstimmung.

Jana Wollenberg Volontärin, 1. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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