Wildeshausen /Düngstrup Nach dem schweren Unfall an einem unbeschrankten Bahnübergang in der Bauerschaft Düngstrup haben sich betroffene Fahrgäste massiv über die Nordwest-Bahn beschwert. Der leicht beschädigte Triebwagen stand zunächst mehr als eine Stunde auf der Strecke, um dann in den Wildeshauser Bahnhof einzufahren. „Dort mussten wir alle aussteigen und wurden aufgefordert, ein Taxi zu nehmen“, berichtet Michael Kluthe unserer Zeitung. Der 60-Jährige aus Vechta wollte eigentlich gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin und einer Bekannten zu einem Kino-Besuch nach Bremen.

Rückblick: Kurz vor 18 Uhr war es zu dem Unfall in Düngstrup gekommen, der glücklicherweise glimpflich ausging. Eine 40-jährige Frau aus Colnrade befuhr (wie berichtet) mit ihrem Volvo den Schotterweg, der die Düngstruper Straße mit der Goldenstedter Straße verbindet. Auf der Suche nach einer Adresse überquerte sie den unbeschrankten Bahnübergang und übersah dabei den herannahenden Zug, der in Richtung Bremen unterwegs war.

Fahrgastrechte

Im Eisenbahnverkehr in Deutschland gelten einheitliche Fahrgastrechte. Sie gelten für alle Züge, unabhängig davon, von welchen Eisenbahnunternehmen sie betrieben werden. Ab 60 Minuten Verspätung am Zielbahnhof der Fahrkarte erhalten Fahrgäste eine Entschädigung von 25 Prozent des gezahlten Fahrpreises für die einfache Fahrt, ab 120 Minuten Verspätung 50 %.

Beschwerden oder einen Antrag auf Entschädigung können Kunden der Nordwest-Bahn unter der Mail-Adresse dialog@nordwestbahn.de stellen.

Trotz einer sofort eingeleiteten Gefahrenbremsung des 30-jährigen Zugführers kam es zur Kollision des Zuges mit dem Pkw, wie die Polizei berichtet. Das Auto wurde durch die Wucht des Aufpralls in eine Senke links neben dem Schotterweg geschoben. Der Zug kam nach knapp 150 Metern hinter dem Bahnübergang zum Stehen.

Die Frau im Pkw erlitt glücklicherweise nur leichte Verletzungen und klagte über Schmerzen in den Beinen. Sie wurde zur Beobachtung ins Krankenhaus gefahren. Der Zugführer und die etwa 50 Fahrgäste blieben unverletzt. Die Schäden am Volvo wurde als wirtschaftlicher Totalschaden eingestuft und auf 8000 Euro beziffert. Die Schäden am Zug lagen bei etwa 2000 Euro. Der Triebwagen wurde später zur Wartung nach Osnabrück geschleppt.

Kluthe und weitere Passagiere ärgern sich, dass die Nordwest-Bahn nicht für den Weitertransport Richtung Bremen gesorgt habe. Lediglich für den Lokführer und eine Frau mit Kind seien Taxis besorgt worden. „Wir mussten auf dem zugigen Bahnhof warten, bis der nächste Zug kam“, berichtet der Vechtaer, der jährlich rund 25 000 Kilometer mit der Bahn fährt. Erst gegen 20.45 Uhr seien Kluthe und seine Begleitung in Bremen angekommen – fürs Kino sei es zu spät gewesen.

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Die Nordwest-Bahn (NWB) bedauerte auf Anfrage unserer Zeitung die Unannehmlichkeiten. Eine Kundenbetreuerin sei in Wildeshausen gewesen, so NWB-Sprecher Steffen Högemann. Über die Leitstelle habe das Unternehmen versucht, Busse zu organisieren. Das sei nicht gelungen. Darum hätten sich die Verantwortlichen vor Ort entschieden, zunächst eine Familie mit Kind und eine ältere Personen mit einem Taxi zu befördern. Auch der Zugführer sei abgelöst worden.

Die knapp 50 Fahrgäste des Zuges hätten rund 35 Minuten auf dem Bahnhof in Wildeshausen auf einen Anschlusszug warten müssen. Da insgesamt die Wartezeit gut eineinhalb Stunden betrug, können die Passagiere von ihrem Recht Gebrauch machen und sich einen Teil des Fahrpreises erstatten lassen.

Stefan Idel Redaktionsleitung / Redaktion Wildeshausen
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