Wardenburg Im „Ehrenmord“-Prozess gegen den 37 Jahre alten Iraker aus Wardenburg, der am 17. Mai in seinem Haus in Wardenburg in Anwesenheit seiner fünf Kinder aus Eifersucht seine Ehefrau mit neun Messerstichen in Hals und Bauch getötet haben soll, ist es jetzt am Freitag zu einer Eskalation gekommen. Die Familie des Angeklagten soll die Familie des Opfers mit Blutrache bedroht haben. Diese fordert nun den sofortigen Stopp des Verfahrens.

Um Einfluss zu nehmen, hatten Mitglieder aus der Familie des Angeklagten am vergangenen Sonntag die Familie des Opfers aufgesucht und dieser unmissverständlich klargemacht, dass alles noch viel schlimmer kommen würde, wenn das Verfahren weitergeführt werde. Offenkundig unterliegt die Familie des Angeklagten der irrigen Annahme, dass die Familie des Opfers den Mord-Prozess vor der Oldenburger Schwurgerichtskammer stoppen kann.

Die Familie des Opfers hatte in dem bedrohlichen Gespräch auf den Rechtsstaat hingewiesen. Sie wollte die „Angelegenheit“ auch nicht intern – unter den beiden Familien – regeln.

Die beiden Familien sind noch mit einer zweiten Ehe miteinander verbunden. Die Schwester des Angeklagten ist mit einem Mitglied aus der Familie des Opfers verheiratet. Die Opferfamilie schließt nicht aus, dass diese Ehe nun für ungültig erklärt und die Frau zurück in die Herkunftsfamilie geholt wird.

So oder so: Die Opferfamilie, darunter die beiden Brüder des Opfers, die im jetzigen Prozess als Nebenkläger auftreten, hat das Gespräch als äußerst bedrohlich empfunden. Diese Einflussnahme vonseiten der Familie des Angeklagten hat gestern den Vorsitzenden Richter Sebastian Bührmann auf die Palme gebracht. Er stoppte sofort das sämtliche Besuchsrecht für den Angeklagten, der in Haft sitzt. „Hüten Sie sich davor, Einfluss auf das Verfahren zu nehmen“, sagte Richter Bührmann zu den Angehörigen des Angeklagten.

Auf Antrag des Oldenburger Rechtsanwaltes Dr. Kristian Stoffers, der einen der Nebenkläger anwaltlich vertritt, mussten während der Anhörung der beiden Brüder der ermordeten Frau dann alle Zuhörer den Sitzungssaal verlassen. Die Nebenkläger sahen sich außerstande, in Anwesenheit der Angehörigen des Angeklagten als Zeugen auszusagen.

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