WüSTING Die Atmosphäre wirkt gespenstisch. In der Lagerhalle auf dem Gelände der Firma Urban in Wüsting ist es am Freitagabend stockfinster. Man hört das Keuchen von Feuerwehrleuten, die Atemschutzgeräte auf dem Rücken tragen und sich im Schein ihrer Lampen durch die Dunkelheit bewegen. Unter einem Gabelstapler finden sie einen eingeklemmten Körper. Bei der leb- und kopflosen Person handelt es sich zum Glück nur um eine Puppe – der Feuerwehreinsatz ist eine Übung.

Nichtsdestotrotz sind die Brandbekämpfer mit dem nötigen Ernst bei der Sache, in Windeseile werden Schläuche verlegt. Ein Auto, das einen Hydranten verdeckt, wird zur Seite geschoben, Löschangriffe von mehreren Seiten werden vorbereitet. Die Übung haben Gemeindebrandmeister Frank Hattendorf, der Chef der Wüstinger Ortswehr, Gerold Carstens, sein Vertreter Reiner Suhr und der Wüstinger Atemschutzwart Thomas Sprock ausgetüftelt. Folgendes Szenario liegt dem Einsatz zugrunde: In einer von Helmut Urban an die Firma Domo vermieteten Lagerhalle für Möbelzubehör hat sich ein Gabelstapler per Kurzschluss selbst entzündet und einen Brand ausgelöst. Zwei Lagerarbeiter, die versucht haben, das Feuer zu löschen, werden vermisst. In dem angrenzenden zweiten Hallenbereich, wo große Mengen an Stoffbezügen in Kartons gestapelt sind, müssen ebenfalls zwei Lageristen gesucht werden. Diesen beiden Vermissten werden von den Kindern des stellvertretenden Wüstinger Ortsbrandmeisters, Eike und Sarah Suhr,

dargestellt.

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Ein weiterer wichtiger Aspekt der Übung: Vorsorglich muss die Tankstelle, die sich etwa 20 Meter hinter der Halle auf dem Gelände der Kfz-Werkstatt Schütte befindet, vor dem Feuer geschützt werden. Insgesamt sind an diesem Abend 70 Feuerwehrleute der Ortswehren Wüsting, Hude und Altmoorhausen mit 13 Fahrzeugen ausgerückt. Die Übung, die vom stellvertretenden Bürgermeister Peter Zwiener und vom Fachbereichsleiter Wolfgang Martens beobachtet wird, war vorher angekündigt worden – was genau sie erwartet, wussten die Helfer jedoch nicht.

„Wir haben darauf geachtet, dass unsere Leute mit einigen Situationen konfrontiert werden, mit denen sie nicht so vertraut sind“, erläutert Gemeindebrandmeister Frank Hattendorf. Während der Aufbau der Löschwasserversorgung routiniert und reibungslos klappt, gestaltet sich die Bergung des eingeklemmten Lagerarbeiters langwieriger. Zunächst schlägt der Versuch, das Opfer mit einem Luftheber vom Gewicht des drei Tonnen schweren Gabelstaplers zu befreien, fehl. Erst der Einsatz einer hydraulischen Winde bringt den Erfolg. „Es ist gut, so etwas einmal zu trainieren“, findet Hattendorf. Insgesamt ist er mit seinen Leuten sehr zufrieden – zur Stärkung gibt's für alle im Anschluss an die Übung Erbsensuppe im Wüstinger Feuerwehrhaus.

Stephan Onnen Redakteur / Redaktion Oldenburg
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