Hanstedt „Ich bin mit meiner Familie nicht nach Hause gekommen, weil überall Bäume lagen“, sagt Victoria (10). Hanna (8) ergänzt: „Bei einem Klassenkamerad lag eine entwurzelte Eiche im Garten.“ Die beiden Mädchen aus Rechterfeld und Altona (Kreis Vechta) sind ganz aufgeregt, als sie beim Mittagessen vom Unwetter des vergangenen Wochenendes erzählen. In diesen Tagen machen sie Reiterferien auf dem Pferdehof Wallays in Hanstedt: Und auch dort bekommen sie die Ausmaße der Fallböe, des sogenannten Downbursts, der am Freitagabend wütete, mit.

Bäume sind entwurzelt, Baumkronen in der Mitte gespalten, Metallzäune von der Last der herabfallenden Äste verbogen. Für Pferd und Reiter gibt es nur noch bedingt ein Durchkommen. Einige Dachpfannen wurden vom Sturm heruntergerissen. Mitten drin steht Ede Wallays und schaut sich mit ernstem Blick um, die Hände in den Hosentaschen. „Es waren nur acht Minuten.“ In diesen acht Minuten hat die Fallböe am Freitag auch auf dem Pferdehof um sich gewütet. „Wir hatten ganz großes Glück, dass keine Personen zu Schaden gekommen sind“, fährt Wallays fort. 100-jährige und teils noch ältere Bäume müssen in diesen Tagen gefällt werden. Sie seien von innen teilweise schwarz und hohl, beschreibt Wallays. „In zwei oder drei Jahren wären die sowieso dran gewesen.“ Der Hofbetreiber versucht, so viele Bäume wie möglich stehen zu lassen. Für einige Menschen ist das Bild der Verwüstung offenbar ein faszinierendes Bild. Mehrmals erlebte Ede Wallays laut eigener Aussage, dass Autofahrer die von Ästen übersäte Straße entlangfuhren und anhielten, um zu gaffen.

„Aber wir bekommen auch viel Unterstützung“, nennt Wallays die positiven Erlebnisse des Wochenendes. „Jörg Kramer reagierte sofort.“ Der Leiter des städtischen Bauhofs sei an drei Tagen regelmäßig auf dem Hof gewesen. Die Baumreihe gegenüber des Grundstücks gehört der Stadt. Und auch einige Eltern von Kindern, die auf dem Pferdehof reiten, hätten mit angepackt. „Ein Vater besorgte zum Beispiel einen Teleskoplader. Jetzt geht alles Hand in Hand.“

Aber was von den Schäden übernimmt die Versicherung? Das hängt davon ab, welche Versicherung abgeschlossen wurde, erklärt Elke Dieks, Versicherungsfachfrau bei der Öffentlichen Versicherung in Wildeshausen. Einige Leute wüssten nicht, dass eine Wohngebäudeversicherung nicht alles abdeckt. „Das ist nur der Oberbegriff“, erklärt Dieks. Unterteilt sei diese in Feuer, Leitungswasser und Sturm. Damit die Versicherung aufkommt, muss der Schaden ab Windstärke 8 entstanden sein.

Betroffen war auch die Stadt Wildeshausen. Diverse Straßenbäume seien umgekippt. Die Straßen von Aldrup nach Altona sowie von Hanstedt nach Rechterfeld waren noch am Montag gesperrt, so Stadtsprecher Sebastian Pundsack. Weil die Bauhof-Mitarbeiter nicht alle umgestürzten Bäume entfernen konnten, sei eine Privatfirma eingeschaltet worden. Der Schaden wird grob auf 5000 Euro geschätzt, erklärte Pundsack.


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Verena Sieling Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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