DöTLINGEN 655 Unfälle ereigneten sich im vergangenen Jahr auf dem viel befahrenen Streckenabschnitt der Autobahn 1 zwischen Bremen/Brinkum und Holdorf. In 30 Prozent der Fälle sind Lkw-Fahrer die Verursacher. Erschreckende Zahlen, meint Hans-Jürgen Thurau, Präsident der Polizeidirektion (PD) Oldenburg, am Mittwoch auf der Rastanlage Wildeshausen-Süd (Gemeinde Dötlingen). Im Rahmen einer länderübergreifenden Großkontrolle überprüfen dort mehr als 100 Einsatzkräfte Lastwagen und Kleintransporter („Sprinter“).

Schon nach kurzer Zeit werden die Beamten fündig: Bei einem deutschen Lkw, beladen mit doppelten T-Trägern, ist mehrfach der Rahmen gebrochen. Zusätzlich werden Mängel an der Bremsanlage festgestellt. Die Polizei untersagt die Weiterfahrt. Die Stahlträger werden umgeladen. Auch den Auflieger eines Sattelzuges aus Nordrhein-Westfalen ziehen die Fachleute aus dem Verkehr, weil der tragende Rahmen durchgebrochen ist. Verfahren gegen Fahrer und Halter werden umgehend eingeleitet.

Feuerlöscher unbrauchbar

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Wenige Meter weiter überprüfen die Polizisten Dirk Ostermann und Jürgen Pieper einen Lkw aus Estland. Der Fahrer hat in Frankreich 17 Paletten mit Tischtennisplatten geladen, die aber nur unzureichend gesichert sind, wie sich unschwer erkennen lässt, als die Schutzplane beiseite geschoben wird. „Es fehlen mindestens 17 Gurte, um die Ladung zu sichern“, so Polizeikommissar Ostermann. Um noch in Kiel die Fähre nach Finnland erreichen zu können, muss sich der Este sputen. Ebenso wird ein Bußgeld fällig. Auf technische Mängel stoßen auch Gerhard Dierks, Kfz-Sachverständiger bei der Polizei, und seine Kollegen bei der Überprüfung eines Brummis aus Bochum, der 16,5 Tonnen Stahl geladen hat. Eine Reparatur vor Ort ist notwendig.

Erschrocken zeigen sich die Fachleute bei einem weiteren Fall: Ein niederländischer Sattelzug, beladen mit 6000 Litern einer brennbaren Flüssigkeit, fährt ohne orange Warntafel. Die erforderlichen Feuerlöscher sind drucklos und somit unbrauchbar. Die Tageslenkzeit hat der Fahrer um drei Stunden überschritten. Eine Sicherheitsleistung von 570 Euro wird fällig, ein Verfahren gegen die Firma separat angeordnet.

An der Großkontrolle auf der A 1 unter der Einsatzleitung von Polizeioberrat Andreas Sagehorn sind mehr als 100 Beamte von Polizei, Zoll, Gewerbeaufsicht und des Bundesamts für den Güterverkehr beteiligt. Auch der Gefahrenzug der Feuerwehr Delmenhorst ist vor Ort. Von 142 überprüften Fahrzeugen werden 90 beanstandet – 38 Brummi-Fahrer dürfen nicht mehr weiterfahren.

Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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