Oldenburg /Delmenhorst Im Delmenhorster Totschlagsprozess ist der Angeklagte am Freitag zu dreizehn Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die Schwurgerichtskammer des Oldenburger Landgerichtes unter Vorsitz von Richter Sebastian Bührmann war nach einer mehrwöchigen intensiven Beweisaufnahme davon überzeugt, dass der 30-Jährige auf einem abgelegenen Güterbahnhof in Delmenhorst seine Lebensgefährtin mit mehr als 80 Hammerschlägen getötet hat.

Die Tat sei so grauenvoll und von Rohheit und Brutalität geprägt gewesen, sagte Richter Bührmann in der Urteilsbegründung. Der erste Schlag mit der spitzen Seite des Hammers traf den Kopf der wehrlosen Frau. Die Frau hat nach einem Gutachten der Rechtsmedizin einen minutenlangen verzweifelten Kampf um ihr Leben erleiden müssen. Ihren Kopf schützend muss sie den Schlägen ihre Arme entgegengestreckt haben. Zahlreiche Hammerschläge hatte ihre Unterarme getroffen.

Als Motiv für die Tat nahm die Kammer Eifersucht an. Der Angeklagte indes hatte im Prozess die Tat bestritten. Er und seine Lebensgefährtin lebten in der Obdachlosenszene in Delmenhorst. Die Getötete hauste in einer Garage auf einem verwahrlosten Rangierbahnhof in Delmenhorst. Dort will der Angeklagte die Leiche der Frau gefunden haben. Das hatte er selbst der Polizei gemeldet, eine Täterschaft aber bestritten. Gegenüber einem anderen Obdachlosen soll er die Tat aber gestanden und dabei Täterwissen offenbart haben.

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Das hatte der Belastungszeuge vor Gericht so ausgesagt. Oberstaatsanwalt Thomas Sander war sich sicher gewesen, dass der Zeuge nicht in der Lage sei, sich so eine komplexe Aussage auszudenken. Die Gesamtschau aller tatrelevanten Einzelheiten lasse nur auf Schuld schließen. Das sah die Schwurgerichtskammer genauso. Die Kammer ging auch von einer vollen Schuldfähigkeit des Angeklagten aus. Zur Tatzeit war er kaum angetrunken gewesen. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert. Sie wird nun wohl Revision gegen das Urteil einlegen.

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