Wildeshausen /Verden (aller) Fast zwei Jahre nach einem schweren Verkehrsunfall auf der A 1, bei dem zwei Mitarbeiter der Autobahnmeisterei in Wildeshausen getötet worden sind, hat das Landgericht Verden am Montag die Berufung des Angeklagten verworfen. Der 41-Jährige war im März vom Amtsgericht Syke wegen fahrlässiger Tötung zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht reduzierte die Strafe lediglich um drei Monate.

Wegen eines liegengebliebenen Sattelschleppers zwischen dem Autobahndreieck Stuhr und der Anschlussstelle Brinkum war die rechte Fahrspur in der Nacht zum 15. November 2011 gesperrt und der Verkehr auf die beiden verbleibenden Spuren umgeleitet worden. Die Hinweise auf die Sperrung sollen sich über drei Kilometer erstreckt haben, wurden offenbar von dem Angeklagten aber übersehen.

Nach dem Unfall war Cannabis im Blut des Unfallverursachers nachgewiesen worden, und ein Zeuge hatte sich gemeldet, der beim Überholen rund 40 Kilometer zuvor beobachtet haben will, wie sich der Angeklagte „bewegte Bilder“ während der Fahrt angesehen habe. Dies wurde genauso von dem Angeklagten bestritten wie der Konsum von Marihuana. Diesen hatte er damit zu erklären versucht, dass ein Holländer, der zu dem liegengebliebenen Sattelzug gehörte, ihm nach dem Unfall „etwas zum Rauchen“ angeboten habe. Das Gericht lies daraufhin den Holländer als Zeugen laden.

Am Montag wurde der 63-Jährige aus den Niederlanden gehört, und er erinnerte sich noch gut an den Unfall. Er habe sich damals um den körperlich nur leicht verletzten 41-Jährigen gekümmert. „Er hat was getrunken und eine Zigarette geraucht“, so der Niederländer. „Ich hab’ ihm was angeboten. Einen Kaffee“, so der Zeuge. „Auch Zigaretten?“, fragte der Vorsitzende Richter Marcus Tittel. „Nein, nein. Ich rauche nicht. Die hatte er selber“, so die spontane und überzeugende Antwort des Zeugen.

Die Berufung wurde nach der Zeugenanhörung verworfen. Allerdings ist das Urteil des Landgerichts Verden noch nicht rechtskräftig.

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