Hude Im Klosterweg herrscht absolute Idylle. Die Nachbarn kennen sich untereinander. Man hilft sich gegenseitig und jeder grüßt jeden. Eine besondere Harmonie eben. Da wird beim Plausch mit den Nachbarn schon mal ein wenig gescherzt. Eines finden die Anwohner des Klosterwegs und ganz besonders Familie Czerwinski jedoch überhaupt nicht witzig: Wenn ihnen ein Baum geklaut wird. Vor ihrem Grundstück hatten Martina und Heiko Czerwinski auf einem Grünstreifen der Gemeinde sieben kleine Obstbäume gepflanzt. In erster Linie wegen der Bienen, Hummeln, Schwebfliegen und anderer Insekten. Um einen Beitrag für die Umwelt zu leisten. „Vorher war der Streifen als Parkplatz benutzt worden. Das wollten wir nicht mehr“, erzählt Martina Czerwinski.

Einige Tage später mähte sie den Rasen auf dem grünen Streifen rund um die Obstbäume. Dabei fiel Czerwinski zunächst nichts Ungewöhnliches auf. Dann blieb sie mit dem Fuß in einem Loch hängen. „Hier stimmt doch was nicht“, dachte sich die kaufmännische Angestellte. Dann kam die traurige Erleuchtung: Ein Obstbaum samt Stützpfahl war weg. „Einfach rausgerissen“, zeigt sich die Huderin entsetzt.

Vermutlich war es in einer Nacht- und Nebelaktion zum ersten Maifeiertag passiert. Kurios: Sonst gab es keine weiteren Schäden. Nicht mal Spuren von Vandalismus. Es wurden im Garten keine Pflanzen herausgerissen oder Gegenstände beschädigt, was man normalerweise vermuten würde. Der Birnenbaum und der zugehörige Pflock wurden schlichtweg geklaut – allem Anschein nach gezielt. Die Nachbarn haben bereits in der Maibuscher Bäke Süd geguckt. „Keiner hat was mitbekommen“, zeigt sich Martina Czerwinski niedergeschlagen. Auch ihre Kinder und der Hund haben nichts gesehen.

„Das ist absolut unverständlich“, konstatiert Ehefrau Czerwinski. Dabei geht es der Familie nicht ums Geld oder die Zeit, die für die Bepflanzung investiert wurde: „Es geht ums Prinzip.“ Damit meint Martina Czerwinski den Diebstahl und den Umweltbeitrag, der zunichte gemacht wurde. Schließlich sind einige Insektenarten vom Aussterben bedroht. Anzeige wurde derweil nicht erstattet, weil der Betrag des entstandenen Schadens zu niedrig sei.

Unterkriegen lassen sich die Hobbygärtner jedoch nicht. Der gestohlene Birnenbaum wird durch einen neuen ersetzt werden. „Wir hoffen und beten, dass die Bäume stehen bleiben und dass es bei anderen nicht auch passiert.“ Eine besondere Absicherung kann und wird es nicht geben.

Trotz allen Ärgers hat Martina Czerwinski ihren Humor nicht verloren. Sie scherzt schon wieder mit den Nachbarn schräg gegenüber. Eines ist aber sicher: Sie werden in Zukunft die Augen offen halten und wachsamer sein.

Niklas Grönitz Volontär, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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