Hude In der vergangenen Woche war es überwiegend warm und trocken, deshalb hat der Landkreis Oldenburg erst kürzlich eine Warnung herausgegeben: Weil die Wälder sehr trocken sind, besteht Waldbrandgefahr. Dabei hatte es doch am Samstag noch geregnet. Montagvormittag gab es auch einen Schauer. Aber das ist nicht genug, weiß Hegeringleiter Heino Rippen vom Hegering Hude.

Die NWZ wollte es wissen: Warum besteht die Waldbrandgefahr aktuell, und wo sind die Gefahrenstellen im Wald? Um das zu beantworten, ging es am Montag in den Reiherholz in Hude. Ein Stück in den Wald hineingelaufen, verlässt Rippen den festen Waldweg und begibt sich ins Dickicht. Dort liegen allerlei Äste und Baumstämme. „Das Totholz ist extrem trocken“, sagt der Hegeringleiter. Das seien Äste, die von den Bäumen herunterfallen und liegen bleiben. Weggeräumt werden sollen sie aber auch nicht. „Der Wald würde verarmen“, erklärt Rippen. „So werden dem Boden wieder Nährstoffe zugeführt.“

Zu wenig Niederschläge

Eine weitere Gefahrenquelle: trockenes Laub. Obwohl es am Samstag noch geregnet hatte, ist es trocken und brüchig, wenn man hineinfasst. „Das ist staubtrocken. Wenn hier eine Zigarettenkippe hineingeworfen wird, und es kommt ein bisschen Wind dazu, brennt es schnell“, warnt Rippen.

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Auch wenn es am Montagvormittag nach Regen aussieht – „In den letzten Tagen hatten wir sieben Millimeter Niederschlag. Das hilft vielleicht, dass es nicht mehr so staubt, aber die Brandgefahr im Wald ist damit nicht beendet“, berichtet Rippen. „Meiner Meinung nach ist es trockener geworden in den letzten Jahren. Die Niederschläge fehlen“, so der Hegeringleiter.

Der Reiherholz ist ein sehr alter Wald mit einer Fläche von etwa 550 Hektar. Er sei urkundlich schon im 13. Jahrhundert erwähnt worden, weiß Rippen zu erzählen. Sein Baumbestand ist eine Mischung aus Laub und Nadelbäumen. „Bei Nadelbäumen ist die Waldbrandgefahr noch einmal wesentlich höher“, so der Experte. Ein Hinweis auf trockene Stellen seien auch niedrig wachsende Farne, das sind grüne Bodenpflanzen.

Erst kürzlich hat der Landkreis Oldenburg die Waldbrandverordnung erlassen. Diese beruht auf § 35 des Niedersächsischen Gesetzes über den Wald und die Landschaftsordnung (NWaldLG). Eine präventive Maßnahme mit Blick auf den heißen Sommer im vergangenen Jahr. Der Landkreis lässt sich dazu vom Forstamt Ahlhorn beraten. „Die erkennen, wie trocken die Wälder sind“, so Eva-Maria Langfermann, Amtsleiterin des Amtes für Naturschutz und Landschaftspflege. „Letztes Jahr hatten wir einen sehr heißen Sommer und dieses Jahr wenig Niederschläge, was die Situation verschärft.“ Vor 2018 sei es nach Langfermann 15 Jahre lang nicht notwendig gewesen, die Verordnung herauszugeben.

Umsicht in der Natur

Seit der Erlassung dürfen laut dieser Waldbrandverordnung die Spaziergänger in Wäldern, Mooren und Heidegebieten nur noch die ausgewiesen Wege betreten. Der Landkreis bittet die Bevölkerung, sich umsichtig in der Natur zu verhalten. Das heißt: Es darf nicht geraucht und kein offenes Feuer gemacht werden. Auch das Grillen auf öffentlichen Grillplätzen ist jetzt verboten. Das Abstellen von Autos ist nur auf den Parkplätzen gestattet, da heiß gelaufene Katalysatoren unter dem Pkw trockenen Boden entzünden können. Ordnungswidrigkeiten würden mit einem Bußgeld von bis zu 5000 Euro geahndet werden.

Feuerwehr gut gerüstet

Um die erhöhte Waldbrandgefahr weiß auch die Freiwillige Feuerwehr Hude-Altmoorhausen-Wüsting. „Die Gefahr wird gesehen, und es wird auch Geld in die Hand genommen, um sich diesen Problemen zu stellen“, sagt Pressewart Georg Schecke und führt als Beispiel das vorhandene Löschfahrzeug TLF 3000 an. „Das ist speziell für Waldbrände ausgelegt. Vorne am Wagen sind Sprühdüsen, die es möglich machen, brennende Flächen abzufahren“, erklärt Schecke.

Nina Janssen Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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