Hude /Bookholzberg Hochwasser, Sturm, Stromausfälle oder Schneechaos – wenn es richtig ernst wird ist das definitiv ein Fall für das Technische Hilfswerk (THW). Und dass die Einsätze dann nicht nur regional, sondern – wenn spezielles Gerät benötigt wird – auch bundesweit erfolgen, wissen die Mitglieder des Ortsverbandes Hude-Bookholzberg aus eigener Erfahrung. „Wir waren unter anderem bei Hochwassern an der Elbe und Oder, beim Sturmchaos in Frankreich und auch beim Moorbrand“, erläutert Arne Wiechmann, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit.

Knapp zusammenfassen ließen sich die Aufgaben des THW nicht, sagt Zugführer Thorsten Petri. Grundsätzlich ginge es für sie darum, bei Notlagen die Versorgung sicherzustellen. Regional sei das THW bei größeren Einsätzen eine Unterstützung für die Feuerwehr, so Petri. Er sei froh, dass der Ortsverband einen „guten Draht“ zu den umliegenden Wehren habe, dies mache eine gute Zusammenarbeit möglich. „Wir arbeiten bei den Einsätzen unterstützend, die Feuerwehr hat dabei aber den Hut auf.“

45 aktive Erwachsene

Seit seiner Gründung am 18. August 1961 hilft der THW-Ortsverband Hude-Bookholzberg, wenn es brenzlig wird. Derzeit engagieren sich dort 45 aktive Helfer bei den Erwachsenen und rund 40 bei den Jugendlichen. Circa ein Viertel der aktiven Erwachsenen seien Frauen – bei der Jugendgruppe sei es die Hälfte, berichtet Petri.

Jugendliche im Alter von zehn bis 17 Jahren beginnen in der Jugendgruppe mit einer Grundausbildung, die mit einer Prüfung zum THW-Helfer abschließt. Anschließend folgen Lehrgänge und Fachausbildungen in den verschiedenen Bereichen der Ortsgruppe. Ältere dagegen erarbeiten sich das Wissen der Grundausbildung selbst und bei Gruppentreffen an einigen Wochenenden.

Wer sich für eine ehrenamtliche Mitarbeit im Ortsverband Hude-Bookholzberg interessiert, ist herzlich willkommen, betonen Petri, Strecker und Wiechmann. Weder das Geschlecht noch das Alter sei dabei von Bedeutung. „Wir können immer neue Leute gebrauchen. Man kann hier viel erleben und gestalten“, so Petri. Wer Interesse habe können jederzeit zu den Dienstabenden am Montag (Erwachsene) oder Mittwoch (Jugend) in Bookholzberg kommen und zuschauen.

Stark für das Ehrenamt

Die Ortsverbandsverantwortlichen machen sich stark für das Ehrenamt. Dieses sei meist gut mit den beruflicher Verpflichtungen der Helfer vereinbar, viele Firmen unterstützten auch deren Engagement. „Wir hatten nie einen Einsatz, der gleich war“, erzählt Strecker. Man müsse sich dann bei der Einsatzplanung immer individuell auf die Situation einstellen, vor Ort die richtige Entscheidung treffen und entsprechend koordinieren, erläutert Petri.

Die Arbeit im Ortsverband sei immer vielfältig und spannend, fügt er hinzu. So rücke man nicht nur bei allen Wetterlagen aus, man übernehme teilweise auch eine beratende Funktion: Der Ortsverband habe im Zuge der Flüchtlingshilfe die Stromversorgung am Gelände übernommen und beim Aufbau einer Unterkunft in der Wildeshauser Sporthalle geholfen.

Manche Einsätze können aber auch emotional sehr belastend sein, berichten Petri und Strecker. Das THW helfe nämlich unter anderem bei Bahnunfällen mit zum Beispiel Fahrzeugen oder Personen. Ein spezielles Rettungsgerät für Gleise kommt dabei zum Einsatz. Dieser „Rüstsatz Bahn“ wurde dem Ortsverband vom Landkreis zur Verfügung gestellt, erklärt Petri.

Belastende Einsätze

Bei belastenden Einsätzen sei es besonders wichtig, erfahrene und geeignete Helfer zu schicken, macht der Zugführer deutlich. Dies sei dann auch immer situationsabhängig. Es gebe Einsatznachsorgeteams, die den Helfern bei schwierigen Einsätzen psychologische Hilfe böten. Außerdem finde nach jedem Einsatz ein dokumentiertes Nachgespräch statt, um das Gesehene zu verarbeiten, fügt Strecker hinzu.

Derzeit macht dem Ortsverband eine räumliche Trennung zu schaffen: In Bookholzberg entsteht gerade eine neue Unterkunft mit Dusch-, Sozial- und Unterrichtsräumen sowie einer Küche.

Bauarbeiten laufen

Die Fahrzeuge des Ortsverbands stehen hingegen in einer Halle an der Robert-Bosch-Straße in Ganderkesee. Wiechmann hofft, dass die Unterkunft noch in diesem Jahr bezogen werden kann. Auch eine neue Fahrzeughalle soll in Bookholzberg errichtet werden. Die Bauarbeiten werden vermutlich in 2021 abgeschlossen sein.

Zur 1. Blaulichtmeile laden die Freiwilligen Feuerwehren in der Gemeinde Hude am Sonntag, 2. Juni, ein. Von 11 bis 18 Uhr präsentieren sich die Retterinnen und Retter mit ihren Fahrzeugen und Gerätschaften auf dem Gelände der Peter-Ustinov-Schule am Vielstedter Kirchweg mit einem vielseitigen Programm für die ganze Familie. Neben den drei Freiwilligen Feuerwehren werden das Technische Hilfswerk (THW) Ganderkesee-Hude, die Johanniter und das Rote Kreuz sowie die Polizei dabei sein.

Mehr als 20 Fahrzeuge der Hilfsorganisationen werden ausgestellt und ihre Ausrüstung präsentiert. Es gibt eine große Showübung, Feuerlöschübungen und mehr. Der Überschlagsimulator der Polizei ist auch dabei. Für das leibliche Wohl gibt es unter anderem Erbsensuppe aus der Gulaschkanone und ein Kuchenbüfett. Vielfältige Aktionen für Kinder sind vorgesehen. Unter anderem kommen auch die Weltraumreporter Flux und Fluse des NWZ-Kinderclubs.

Maskottchen der Blaulichtmeile ist „Blauli“. Er freut sich auf viele große und kleine Besucher des Aktionstages, bei dem das Ehrenamt im Mittelpunkt steht.

Neele Körner Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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