Hude /Altmoorhausen Der Einsatz ist vorbei, das Feuer gelöscht. Oftmals stark verdreckt kommen die Helferinnen und Helfer der Freiwilligen Feuerwehr zu ihren Einsatzfahrzeugen zurück. Unter schwerem Atemschutz sind sie zum Brandherd vorgedrungen und haben, geschützt durch ihre Einsatzkleidung, das Feuer gelöscht. Mit dem Strahlrohr. An vorderster Front. In einem Gebäude, bei einem Pkw-Brand oder auch bei einem Flächenbrand unter freiem Himmel.

Dabei haben die Feuerwehrleute auch bei „normalen“ Einsätzen, die nichts mit Gefahrgut zu tun haben, mit Materialien zu tun, die beim Verbrennen giftige Partikel absondern. Zum Beispiel Plastik, Gummi, Batterien. Es sind im schlimmsten Fall gesundheitsgefährdende, krebserregende Stoffe, die sich auch an der Einsatzkleidung festsetzen. Diese Partikel entstehen schon bei harmlos aussehenden Bränden. Selbst bei einem Strohbrand, weiß Hudes Gemeindebrandmeister Frank Hattendorf zu berichten. Um zu verhindern, dass diese Partikel über die Haut aufgenommen werden und für erhöhtes Krebsrisiko sorgen, ist eine Grobreinigung vor Ort sinnvoll. Darauf hat die Feuerwehrunfallkasse hingewiesen, nachdem in jüngster Zeit diese Gefährdung der Einsatzkräfte verstärkt in den Blickpunkt rückte.

Früher haben sich die Einsatzkräfte schon mal mit der verdreckten Kleidung in das Feuerwehrfahrzeug zu ihren Kameraden gesetzt und sich erst im Feuerwehrhaus umgezogen – ohne Schutzmaßnahmen. Das soll in den Feuerwehren der Gemeinde Hude jetzt anders sein. Angeschafft wurde von der Gemeinde auf Anregung der Feuerwehr ein neuer Anhänger „Einsatzhygiene“. Er ist bei der Feuerwehr Altmoorhausen stationiert.

„Das ist unsere fahrende Kleiderkammer“, sagt der Gemeindebrandmeister. Der Anhänger kommt bei allen Brandeinsätzen zum Einsatz. Helfer stehen bereit, um den Einsatzkräften aus Atemschutzmaske und Einsatzkleidung zu helfen, ohne dass die Haut mit den kontaminierten Sachen in Berührung kommt. Die Kleidung wandert in bereitstehende Tonnen, in denen sie dann verschlossen zur fachgerechten Reinigung gebracht wird. Danach werden Hände und Gesicht grob gewaschen. Das ist die „schwarze“ Abteilung. In der „weißen“ Abteilung steht dann Ersatzkleidung bereit, damit die Feuerwehrleute nicht in Unterwäsche nach Hause müssen: Jogging-Anzug, Gummi-Clogs, Sweatshirt.

Für 16 Kameraden sollen auch komplett neue Einsatzuniformen in verschiedenen Größen an Bord sein. Das ist wichtig, falls der nächste Einsatz auf dem Fuße folgt. Denn ohne Einsatzkleidung lautet die Meldung „nicht einsatzfähig“, bis die Klamotten zurück aus der Reinigung sind. „Es geht darum, den Brandschutz wieder sicherzustellen“, so Hattendorf. In erster Linie diene der neue Anhänger, der für 14 000 Euro angeschafft worden sei, aber dem Gesundheitsschutz der Einsatzkräfte. Das habe Priorität eins, betont Hattendorf. Der neue Anhänger „Einsatzhygiene“ wurde kürzlich allen drei Ortswehren von Altmoorhausens Ortsbrandmeister Andreas Wicht und Team vorgestellt. „Für uns ist das echtes Neuland. Wir werden jetzt Erfahrungen sammeln“, so der Gemeindebrandmeister.

Klaus-Dieter Derke Hude / Redaktion Hude
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