Harpstedt Es ist vollbracht. Nach zwei Jahren Planungszeit und zehn Monaten Bautätigkeit ist die neue Dienststelle des Malteser Hilfsdienstes in Harpstedt fertiggestellt – und seit dem 9. März auch schon in Betrieb. „Architektonisch überzeugend“ sei der Bau, bescheinigte Landrat Carsten Harings am Mittwoch bei der Einweihung. Die Dienststelle sei quasi ein vorösterliches Geschenk – für die Mitarbeiter, aber auch für alle anderen Bürger des Landkreises, da sie helfe, in puncto Rettungsdienst eine „qualitativ hochwertige“, schnelle und lückenlose Versorgung zu gewährleisten.

Die neue Dienststelle Harpstedt in Zahlen

Die neue Rettungswache umfasst im Erdgeschoss Umkleide- und Aufenthaltsräume, Büro, Dokumentationsraum, Küche und Lager von zusammen 150 Quadratmetern Größe. Die angrenzende Fahrzeughalle ist 120 qm groß. Im Obergeschoss sind Räumlichkeiten von zusammen 120 qm für die Ausbildung und den ehrenamtlichen Bereich vorgesehen. Die Grundstücksgröße: 1600 qm.

Die Kosten lagen bei etwa 750 000 Euro, wovon 500 000 Euro auf die Rettungswache und 250 000 Euro auf den ehrenamtlichen Bereich entfallen.

Ein Rettungswagen ist an sieben Tagen die Woche 24 Stunden einsatzbereit. Die Besatzung besteht aus zwei Mitarbeitern. Insgesamt sind in der Rettungswache Harpstedt zehn Mitarbeiter tätig, die im Jahr etwa 1100 Einsätze haben. Darüber hinaus ist Harpstedt der Standort für einen Reserve-Rettungswagen der Malteser (für den Landkreis).

Die Fahrzeughalle des Neubaus war am Mittwochvormittag für die Feierstunde leergeräumt worden. Frank Flake, Leiter Rettungsdienst im Bezirk Oldenburg-Nord der Malteser, und Frank Rieken, Diözesan- und Bezirksgeschäftsführer, begrüßten hier neben Vertretern des Landkreises auch Vertreter von Samtgemeinde und Flecken, Rotkreuzler, Johanniter, Feuerwehrleute, Nachbarn und natürlich viele Kollegen.

In einem kurzen Abriss erinnerte Rieken an die Geschichte der Malteser in Harpstedt. 1989 hatten sie im Gebäude der Feuerwehr ihre erste Rettungswache eingerichtet, 16 Quadratmeter groß. 1995 folgte der Umzug an die Freistraße 22, in ein „altes Siedlerhaus aus dem Jahr 1906“. Was Rieken bemerkenswert findet: An dem neuen Standort habe sich damals eine „starke ehrenamtliche Gliederung“ entwickelt – die aber später wieder zusammengebrochen sei.

Seit 2005 machte der langjährige Rettungswachenleiter Sven Strahlendorff („ohne Sven hätten wir hier nichts gemanaged gekriegt“) auf die Mängel des Altbaus aufmerksam. Zehn Jahre später wurde reagiert: „Wir schieben die Hütte weg und bauen was Neues“, fasste Rieken das Ziel zusammen.

Dieses „Neue“ beherbergt nicht nur die Rettungswache, sondern verfügt im Obergeschoss auch über Platz, um die ehrenamtlichen Aktivitäten zu reanimieren. „Wir haben einiges in Harpstedt vor“, sagte der Geschäftsführer und nannte beispielhaft soziale Dienste oder eine Schnell-Einsatz-Gruppe als Verstärkung für den Rettungsdienst.

Landrat Harings würdigte das soziale Engagement der Malteser, das dazu beitrage, den sozialen Zusammenhalt zu sichern. Er ging schließlich darauf ein, dass Rettungsdienst und Feuerwehr bei Einsätzen verbal und tätlich angegriffen wurden. Irrsinn sei das, „was da draußen abgeht“. Die Verrohung sei schädlich für die Gesellschaft. Jeder Einzelne müsse sich fragen, ob er das wolle.

Harpstedts Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse wies darauf hin, dass die Samtgemeinde zwar von der Fläche her groß, aber „nicht gerade einwohnerstark“ sei. Es sei eine weise Entscheidung gewesen, die Rettungswache nach Harpstedt zu legen, um schnelle Hilfe möglich zu machen.

Nachbarn der neuen Dienststelle hatten Abriss und Neubautätigkeit fotografisch festgehalten. Das Ergebnis – ein Fotobuch – überreichte Hans-Peter Hellbusch.


Ein Video unter   www.nwzonline.de/videos/oldenburg-land 
Mehr Bilder unter   www.nwzonline.de/fotos-landkreis 
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Karsten Kolloge Harpstedt / Redaktion Wildeshausen
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