Harpstedt „30? Nicht wirklich.“ Karin Oelve hat nicht das Gefühl, dass die Einführung einer Geschwindigkeitsbegrenzung an der Burgstraße etwas gebracht hat. „Besonders die Lkw brettern hier zu schnell durch“, sagt die 39-Jährige, die von der Bäckerei aus einen guten Blick auf die Straße hat.

Seit Mai vergangenen Jahres ist Tempo dreißig an der Burgstraße angesagt. Anwohner und Anlieger sind der Ansicht, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung nicht eingehalten wird. Die Behörde sowie der Bürgermeister sehen dennoch eine Verbesserung der Verkehrslage.

Schon immer sei es in der Burgstraße – besonders im Bereich der Kreuzung – zu Unfällen gekommen, sagt Heike Lüning, Mitarbeiterin des Straßenverkehrsamts. „Die Unfälle waren der Anlass für die Geschwindigkeitsbegrenzung.“ Seither habe es keine Unfälle dieser Art mehr gegeben, so Lüning. „Wir meinen, wir konnten so den Verkehr beruhigen.“

Eine Anwohnerin hat allerdings eher das Gefühl, dass die Fahrzeuge mit weit über 50 Kilometer pro Stunde durch den Ortskern fahren. „Zwei Drittel hält sich nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung“, mutmaßt die 40-jährige Harpstedterin. „Und wie die hier durchheizen, besonders gegen Abend“, meint ein 27-jähriger Harpstedter.

Auch die 55 Jahre alte Karin Beuke ist Anwohnerin und muss bei der Frage nach Tempo dreißig mit dem Kopf schütteln: „Nachdem das Kopfsteinpflaster weg ist, fahren die Autos hier schneller.“ Alles eine Sache der Gewohnheit? Daniela Hannekum, Mitarbeiterin der Mühlen Apotheke und selbst Harpstedterin, findet: „Ja, wenn man zwanzig Jahre lang immer an die Ortsgeschwindigkeit gewöhnt war, da muss man sich erstmal umstellen.“

Außerdem könne eine breite, neu ausgebaute Straße schon dazu verleiten, schneller zu fahren, denkt Bürgermeister Stefan Wachholder. „Aber es hat etwas gebracht“, ist er überzeugt. Das sagen zumindest die Zahlen. Regelmäßig wird mit Geschwindigkeitsmessungen kontrolliert, zuletzt im Dezember, und Siegfried Bluhm, Leiter des Straßenverkehrsamts, bilanziert: „Von 364 Autofahrern haben nur 17 eine Verwarnung bekommen.“

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Nina Janssen Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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