NEERSTEDT „Ich habe Angst, dass der Baum umkippt und auf mein Haus fällt,“ beschreibt Hildegard Strangmann ihre Sorge. „Wenn Freunde mich besuchen, fragen sie oft, wie ich dort noch schlafen mag.“

Eine Eiche ragt von dem Grundstück eines Nachbarn über die Neerstedter Dorfstraße, an der die 81-Jährige wohnt, bis über ihr Haus. Der Baum steht so schief, dass es auch auf den Betrachter gefährlich wirkt.

Strangmann meldete das Problem im Oktober 2010 der Gemeinde. Nach mehrfacher Nachfrage habe schließlich der Leiter des Ordnungsamtes, Uwe Kläner, sich die Bäume in der Straße angeschaut.

Im Februar hätten dann Mitarbeiter der Gemeinde einzelne Äste und totes Holz entfernt. „Die schlimmste Gefahr aber ist geblieben,“ glaubt Strangmann. Und sie sagt, dass die Gemeinde damals angekündigt habe, im März noch zwei weitere große Äste der schiefen Eiche absägen zu lassen. Strangmann: „Die sind aber immer noch dran.“

Den Vorwurf, die Gemeinde habe nicht genug unternommen, weist Kläner zurück. Der Baum sei standsicher. Kläner: „Es geht keine Gefahr von der Eiche aus. Andernfalls hätten wir sie entfernt.“ Die Gemeinde habe den Eigentümer der Bäume gebeten, sie zu beschneiden. Dabei sei dieser aber nur „sehr zahm“ tätig geworden. Daraufhin hätten Mitarbeiter des Bauhofes sie beschnitten, damit mehr Licht hindurch kommt und so die Verkehrssicherheit gewährleistet wird. Die Krone der Eiche, die bis über Strangmanns Haus ragt, sei dabei um „vier bis fünf Meter eingekürzt“ worden. Kläner meint, dass er den Baum gerne hätte fällen lassen, da es irgendwann ein Problem mit der Statik geben werde. Der Eigentümer habe das aber nicht erlaubt. „Und ohne die Erlaubnis können wir nur bei Gefahr tätig werden.“

Darf gefällt werden?

Der Eigentümer des Baumes, Manfred Frost, sagt auf Anfrage der NWZ , dass er den Arbeitern der Gemeinde gesagt habe, sie dürften den Baum fällen. Kläner ist von dieser Aussage überrascht: „Dann hätten wir den Baum sofort gefällt. Das wäre unkomplizierter gewesen.“ Auch Dietmar Wilkens, der als Vorarbeiter mit Frost gesprochen hat, erinnert sich anders: „Er hat gesagt, dass wir keinen Baum fällen dürfen.“

Strangmann glaubt, dass die Eiche krank ist. Bereits im dritten Jahr werde sie später grün als die anderen. Kläner kündigt an, dass die Eiche im August noch einmal begutachtet werde. Sollte sie dann nicht mehr standsicher sein, werde die Gemeinde handeln.

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