Ganderkesee Chemie-Alarm in Ganderkesee: In einer Halle der Firma Schmalriede Zink ist am späten Dienstagabend eine Chlorgaswolke freigesetzt worden – 17 der 20 anwesenden Mitarbeiter erlitten dabei Verätzungen der Atemwege. Ein Mann wurde nach Polizeiangaben schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt. Bis auf zwei Verletzte konnten alle bis Mittwochabend das Krankenhaus wieder verlassen.

Der Unfall sei durch falschen Umgang mit Chemikalien passiert, erklärte Geschäftsführer Thomas Schmalriede am Mittwoch auf Nachfrage der NWZ : Ein Mitarbeiter habe Natriumhypochlorid, das zum Reinigen und Desinfizieren eingesetzt werde, in ein Becken mit Salzsäure gefüllt – daraufhin sei es zur Reaktion gekommen. Laut Schmalriede sind nur „wenige Liter“ der Lauge mit der Säure in Berührung gekommen.

Eigentlich hätte das in der Firma geltende Vier-Augen-Prinzip einen solchen Unfall verhindern müssen, sagte Uwe Rottmann, Leiter des Gewerbeaufsichtsamtes Oldenburg, gegenüber der NWZ . Warum dies nicht geschehen sei, müsse nun ermittelt werden. Eine Gefahr für die Allgemeinheit habe nicht bestanden.

Um 23.13 Uhr ging der Alarm beim Rettungsdienst ein. Zunächst sei von einem Chlorgasunfall mit einem Verletzten die Rede gewesen, berichtet Gemeindebrandmeister Horst-Dieter Meyer. „Vor Ort haben die Sanitäter aber schnell festgestellt, dass die Wolke sich in der ganzen Halle ausgebreitet hatte.“ Daraufhin seien die Freiwillige Feuerwehr Ganderkesee und der Gefahrgutzug der Kreisfeuerwehr alarmiert worden. Auch der Fernmeldezug der Kreisfeuerwehr rückte an.

Mehr als 70 Einsatzkräfte waren nach Meyers Angaben vor Ort, davon 51 Feuerwehrleute. Unter Atemschutz wurde in der Halle die Schadstoff-Konzentration gemessen. Die Wolke habe sich aber schon beim Öffnen der Tore weitgehend verflüchtigt, sagte Meyer. „Das Wetter kam uns entgegen.“ Wind und Niederschlag hätten die Chemikalien niedergeschlagen.

Die Schnelle Einsatzgruppe (SEG) des Roten Kreuzes war mit einem guten Dutzend Rettungswagen im Einsatz. Die Verletzten wurden in Krankenhäuser nach Delmenhorst, Oldenburg und Wildeshausen gefahren. Thomas Schmalriede zeigte sich am Mittwoch erleichtert, dass die meisten Mitarbeiter die Kliniken schnell wieder verlassen konnten.

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Hergen Schelling Leitung / Redaktion für den Landkreis Oldenburg
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