Ganderkesee Es gibt offenbar jemanden, dem es nicht gefällt, dass die neue Geschwindigkeits-Überwachungsanlage des Landkreises Oldenburg an der Birkenheider Straße Temposünder ins Visier nimmt. Dieser Jemand hat dem Blitzer den Kampf angesagt – und zwar mit Klebeband.

Seit einigen Tagen steht das mobile Messgerät, das optisch an ein Flugobjekt aus dem All erinnert, in einer Tempo-70-Zone außerhalb Ganderkesees. Am Wochenende hafteten plötzlich Klebestreifen auf der Scheibe vor der Kamera der Anlage. Kaum waren die Überreste des Klebers entfernt, fand sich am Dienstagvormittag erneut ein Stück Klebeband auf der Scheibe. Der Aufdruck auf den Streifen legt nahe, dass in beiden Fällen ein und derselbe Blitzer-Hasser am Werk gewesen sein könnte.

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Während einige Autofahrer über die simple Art schmunzeln, mit der der Blitzer unschädlich gemacht werden soll, gehört die Angelegenheit für Siegfried Bluhm zum Alltag. „Es wird immer wieder versucht, etwas an das Gerät ranzumachen“, sagt der Leiter des Straßenverkehrsamts des Landkreises. Einmal sei Papier vor die Scheibe geklebt worden. Auch Mülltonnen hätten schon davor gestanden. Und Sabine Michel von der Pressestelle der Polizeiinspektion Delmenhorst berichtet von einem Mann, der sich für längere Zeit vor den Blitzer gestellt habe.

Doch für Siegfried Bluhm überwiegen die Vorteile der rund 150 000 Euro teuren Anlage, die ohne begleitendes Personal auskommt und wegen ihres Gewichts nicht einfach verschoben werden kann. „Der Vorteil des Geräts ist, dass es immer wieder woanders stehen kann.“

Außerdem haben die Manipulationen seiner Erfahrung nach nicht lange Bestand. Ein- bis zweimal am Tag fahre ein Kollege an dem Blitzer vorbei. Zudem würden sich Bürger beim Landkreis melden. Bluhm verweist auf den Sinn von Geschwindigkeitsbegrenzungen und Kontrollen: Es gehe nicht um Abzocke, sagt er. „Wir machen sie, um Unfälle zu vermeiden.“ Die Anlagen müssten nicht aufgestellt werden, wenn sich alle Autofahrer an Geschwindigkeitsbegrenzungen halten würden. Ob das Anbringen von Klebeband geahndet wird, ist indes unklar. „Es könnte unter Umständen eine Sachbeschädigung sein“, sagt Bluhm. Laut Sabine Michel von der Polizei hängt das vom Ausmaß des Schadens ab – etwa wenn für die Beseitigung des Klebers eine Spezialfirma beauftragt werden müsse.

Offen ist, ob das Band die gewünschte Wirkung erzielt. Das zeige sich erst bei der Auswertung der gespeicherten Daten, sagt der Straßenverkehrsamts-Leiter.

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Antje Rickmeier Redakteurin / Redaktion Ganderkesee
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