Ganderkesee Aus dem „hochwertigen Wohnquartier“ neben dem Feuerwehrhaus in Ganderkesee wird nichts: Der CDU-Antrag, das alte FTZ-Gebäude und die davor befindlichen beiden Wohnhäuser an der Urneburger Straße abzureißen und dort Mehrfamilienhäuser zu bauen, ist am Mittwochabend im Ausschuss für Gemeindeentwicklung abgeschmettert worden. Alle anderen Fraktionen sprachen sich klar dagegen aus.

Bebauungsplan 244 beschlossen

Einstimmig bei einer Enthaltung (Jens Volbert/Grüne) hat der Ausschuss für Gemeindeentwicklung am Mittwoch den Bebauungsplan 244 „westlich Brüninger Weg“ in Ganderkesee verabschiedet. Zuvor hatten Anlieger in der Einwohnerfragestunde noch einmal die geplante Straßenführung kritisiert, die einen Anschluss an ein mögliches späteres Baugebiet nördlich davon vorsieht. Fachbereichsleiter Peter Meyer betonte, dass es aktuell keine Bestrebungen für eine Erweiterung gebe, dies auf lange Sicht aber möglich sei. Für diesen Fall bevorzuge die Gemeinde ein „hufeisenförmiges Straßensystem“, das die Einfahrt von zwei Seiten zulasse.

Die Verwaltung hatte schon in ihrer Mitteilungsvorlage Bedenken an der Wirtschaftlichkeit dieser Idee geäußert. Und auch viele Ganderkeseer Bürger zweifeln am Sinn einer Wohnbebauung an dieser Stelle: „Totaler Quatsch“ und „Ist schon wieder der 1. April“ – so lauteten Kommentare auf der Facebook-Seite der NWZ zum Vorbericht in der „Zeitung für Ganderkesee“. Insbesondere Vertreter des Deutschen Roten Kreuzes, das im ehemaligen Gebäude der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) ebenso untergebracht ist wie die Rettungswache der Malteser, äußerten Unverständnis.

„Auch die Feuerwehr kriegt schon Angst, dass sie ausgesiedelt wird“, wollte SPD-Ratsherr Rolf Oetken erfahren haben. Die Bestandssicherung des Feuerwehrhauses an der Urneburger Straße hatte die CDU in ihrem Antrag zwar ausdrücklich gefordert, aber Verwaltung und Ausschussmitglieder äußerten Skepsis, ob ein Wohnquartier direkt neben der Feuerwehr tatsächlich so „hochwertig“ wäre, wie die CDU es sich vorstellt.

Die Reaktionen der anderen Fraktionen fielen eindeutig aus: „Nicht mit uns“ und „Kommt nicht in Frage“ hieß es von FDP, UWG und Grünen. Ausschussvorsitzende Christel Zießler (SPD) erinnerte daran, dass die Gemeinde viel Geld in die Sanierung der Gebäude gesteckt habe. Arnold Hansen (Freie Wähler) gestand immerhin zu: „Über die beiden Wohnhäuser kann man nachdenken.“ Diese Sicht der Dinge nahm auch Bürgermeisterin Alice Gerken nach eigenem Bekunden mit aus der Sitzung.

Vergeblich blieb das Werben von CDU-Sprecher Ralf Wessel für den von ihm und seinem Fraktionskollegen Stephan Neitzel initiierten Antrag: Die Gemeinde sei verpflichtet, Wohnraum zu schaffen, und dort, wo sie über eigene Flächen verfüge, seien die Gestaltungsmöglichkeiten am größten. Wessel sah durch seinen Vorstoß zudem Chancen, die Strukturen der Rettungsorganisationen, die bisher an dem Standort untergebracht sind, noch zu verbessern. Deren Infrastruktur sei schließlich „in die Jahre gekommen“, meinte er. Das verfing aber gar nicht – als Ausschussvorsitzende bat Christel Zießler Wessel schließlich sogar, seinen recht langen Vortrag zu beenden.

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Hergen Schelling Leitung / Redaktion für den Landkreis Oldenburg
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