Ganderkesee /Landkreis Überflutete Straßen, vollgelaufene Keller, umgestürzte Bäume und ein verletzter Autofahrer in Schierbrok: Das ist die Bilanz des bislang stärksten Unwetters des Jahres, das am Mittwochabend stundenlang mit Starkregen und Windböen über der Region tobte. Im Kreis Oldenburg davon betroffen waren vor allem die Gemeinden Ganderkesee und Dötlingen.

Teile des Ganderkeseer Hauptorts sowie der Ortschaften Bookholzberg, Schierbrok und Heide soffen buchstäblich ab. Von „Regenmengen, wie wir sie lange nicht mehr gehabt haben“, sprach Ganderkesees Gemeindebrandmeister Bernd Lembke.

Allein von Mittwochabend, 19.30 Uhr, bis 1.30 Uhr am Donnerstagmorgen waren Lemke zufolge gut 40 Einsätze abzuarbeiten, einige auch in Falkenburg und Bergedorf. Lembke: „99 Prozent davon waren reine Wasserschäden.“

Autofahrer verletzt

„Auf dem Gelände eines Supermarkts am Schierbroker Mühlenweg wehte der Sturm Bäume auf parkende Autos, dabei wurde der in einem Wagen wartende Autofahrer verletzt“, sagte Norbert Twisterling, Chef der Ortsfeuerwehr von Schierbrok-Schönemoor und stellvertretender Gemeindebrandmeister. Auch in Hohenböken und Nordenholz (Gemeinde Hude) wurden Bäume vom Sturm umgeknickt.

Wie so oft bei Starkregen wurden wieder die Urneburger Straße und die Grüppenbührener Straße überflutet, berichtete Lembke: „Gullydeckel wurden hochgedrückt, wir mussten die Straßen sperren.“ Voll erwischt wurden die Bewohner im tiefer gelegenen Teil der Grüppenbührener Straße und am Brüninger Weg.

Wasser im Wohnzimmer

„Drüben lief es in die Wohnzimmer, bei uns soffen Keller und Fahrstuhlschacht ab“, sagte Hauseigentümer Franz Reisch, während Handwerker am Lift arbeiteten, um einem gehbehinderten Bewohner den Weg aus dem ersten Stock zu ermöglichen. „Die Schadenshöhe ist noch offen“, blickte Reisch voraus.

Unter Wasser stand auch das Wahlkreisbüro des Bundestagsabgeordneten Christian Dürr (FDP) am Brookdamm. Am Flugplatz überschwemmten die Fluten den Keller des Airfield-Restaurants und drangen in die Hallen vom Atlas-Air-Service ein. „Diesmal war es nicht so schlimm wie beim letzten großen Unwetterschaden im Juni 2013“, stellte Marlena Kowalczyk von der Flugplatzverwaltung fest. Am Donnerstagmorgen war die Feuerwehr erneut im Einsatz und pumpte den Keller des Gymnasiums aus. Auch ein Klassenraum hatte dort einen Wasserschaden erlitten. Der Unterricht war aber nicht beeinträchtigt.

Nicht allen Hilfesuchenden konnte am Ende geholfen werden, was nicht allein an der reinen Masse der Anfragen lag: „Die Feuerwehrpumpen sind wegen ihrer Größe nicht für alle Keller geeignet“, erläuterte Lembke. „Wir können nicht jeden Keller trockenfeudeln“, spielte Twisterling auf das Anspruchsdenken einiger Bürger hin. Technisch bedingt blieben beim Pumpen eben oft einige Zentimeter Wasser am Boden übrig.

Auch Dötlingen betroffen

Auch in Dötlingen wurden Straßen und Keller überflutet. Der Keller des Dötlinger Hofs stand unter Wasser. Umgestürzte Bäume mussten beseitigt werden. Einsatzschwerpunkt war Ostrittrum. In Sandkrug stürzte ein Baum auf ein Carport und begrub zwei Autos unter sich. Seine ganze Wucht entlud das Unwetter über Delmenhorst.

Thorsten Konkel Redakteur, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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