Freiwillige Feuerwehrleute in Niedersachsen dürfen künftig bis 63 Jahre aktiven Dienst in der Feuerwehr leisten. Fragen dazu an Hudes Gemeindebrandmeister Frank Hattendorf.

FRAGE: Die Regierungskoalition in Niedersachsen will die Altersgrenze für aktive Feuerwehrleute von 62 auf 63 Jahre anheben. Herr Hattendorf, freuen Sie sich schon auf steigende Mitgliederbestände?

HATTENDORF: Die Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde Hude sind vom Altersdurchschnitt her relativ jung. Das betrifft in nächster Zeit also nur fünf oder sechs Mitglieder, bei denen sich der Übertritt in die Altersabteilung um ein Jahr verschiebt. Danach kommt dann erst einmal lange nichts mehr. Ich denke, wir werden die Auswirkungen des neuen Brandschutzgesetzes kaum merken.

FRAGE: Trotzdem sind Sie von den Änderungen nicht eben begeistert. Warum?

HATTENDORF: Mich ärgert die Art des Zustandekommens. Zwei Drittel der Feuerwehr-Kreisverbände haben sich auf der Delegiertenversammlung des Landesfeuerwehrbandes gegen die Anhebung der Altersgrenze ausgesprochen. Ich finde es befremdlich, dass die Politik dieses Votum ignoriert. Damit wurde einem starken Drang aus Südniedersachsen nachgegeben.

FRAGE: Was haben Sie gegen die Anhebung?

HATTENDORF: Eines vorweg: Den Erfahrungsschatz älterer Kollegen möchte ich nicht missen. Für über 60-Jährige ist es aber eine immense Belastung, nachts um drei Uhr zu Einsätzen gerufen zu werden. Viele Aufgaben sind echte Knochenarbeit, das steckt man nicht so einfach weg. Wichtig ist es, Anreize zu schaffen, die 20- bis 40-Jährigen für den ehrenamtlichen Dienst zu motivieren.

FRAGE: Wie ist das in der Gemeinde Hude gelungen?

HATTENDORF: Die Feuerwehren sind vernünftig ausgestattet. Wir bekommen das Gefühl vermittelt, dass man hinter uns steht. Unsere Leistungen werden in der Öffentlichkeit geschätzt, die Mitglieder genießen hohes Ansehen. Was für den Künstler der Applaus ist, ist für uns die Dankbarkeit der Bürger.

FRAGE: Was halten Sie von der Neuerung, künftig in zwei Wehren Mitglied sein zu können – am Wohnort und am Arbeitsort?

HATTENDORF: Das ist ein alter Hut. Wir praktizieren das schon seit mehr als zehn Jahren. Ich als Altmoorhauser fahre selber auch Einsätze an meinem Arbeitsort mit der Ortsfeuerwehr Ganderkesee. Einige Huder Feuerwehrleute sind in Dötlingen aktiv. Das ist eine gute Sache, die den Horizont erweitert.

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Stephan Onnen Redakteur / Redaktion Oldenburg
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