Brettorf Nur zwei Tage hat es gedauert, da hat die Freiwillige Feuerwehr Brettorf ihr neues Löschgruppenfahrzeug (LF) 20 schon im Ernstfall einsetzen müssen. Am Sonntag kam der nagelneue Wagen bei dem Flächenbrand auf einem Getreidefeld in Neerstedt zum Einsatz. Das wird wohl vielen in Erinnerung bleiben, denn ausgerechnet bei diesem Einsatz wurde das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) 20 der Neerstedter Feuerwehr durch Feuer schwer beschädigt und zwei Neerstedter Kameraden leicht verletzt.

Zum Abholen ihres neuen Fahrzeugs waren sechs Mitglieder der Brettorfer Feuerwehr zum Aufbauhersteller Magirus in Ulm gefahren, um den Wagen in Empfang zu nehmen. Das sogenannte LF 20 KatS (Katastrophenschutz) ersetzt in Brettorf ein ebenfalls von Magirus stammendes LF 8 aus dem Jahr 1991. Lange hatten die Brettorfer auf diesen Moment gewartet: Mehr als zwei Jahre Planung lagen hinter ihnen bis zu diesem Moment, wie Gemeindefeuerwehrpressewart Jannis Wilgen berichtet.

Zwei Tage geprüft

Im Werk der Magirus GmbH wurde das Fahrzeug auf Iveco Eurocargo-Fahrgestell mit Alufire 3-Aufbau zwei Tage lang ausgiebig geprüft und abgenommen. Die Einsatzkräfte erhielten eine ausführliche Einweisung in die neue Technik und führten zahlreiche praktische Übungen durch.

Wilgen schreibt über das Fahrzeug: „Das 320 PS starke und 14,5 Tonnen schwere Allradfahrzeug zeichnet sich insbesondere durch seine hohe Geländegängigkeit aus. Das Fahrgestell ist mit einer grobstolligen Singlebereifung versehen, um auch im unwegsamen Gelände Vortrieb zu gewährleisten.“

Der Bezeichnung LF 20 KatS entsprechend, orientiert sich die Beladung des Fahrzeuges an für den Katastrophenschutz beschafften Löschgruppenfahrzeugen. So können 360 Meter Schlauchleitung (von insgesamt 800 Metern) während der Fahrt verlegt werden. Die Feuerlöschkreiselpumpe kann mehr als 2000 Liter Wasser pro Minute fördern und dieses unter anderem über einen in Buchten gelegten Schnellangriffsschlauch abgeben. Im Wassertank werden 1600 Liter Löschwasser mitgeführt.

Die geräumige Mannschaftskabine vom Typ Team Cab bietet Platz für bis zu neun Feuerwehrleute und beherbergt vier Sitzplätze, auf denen Atemschutzgeräte bereits während der Fahrt angelegt werden können.

Zu der weiteren Ausstattung des Fahrzeuges zählen eine LED-Heckwarneinrichtung zur Verkehrsabsicherung, ein pneumatischer Lichtmast, eine Rückfahrkamera sowie eine verbaute Hygieneeinheit, mit deren Hilfe sich die Einsatzkräfte auch im Einsatz von Verschmutzungen befreien können.

350 000 Euro

Zur Beladung des neuen Brettorfer Fahrzeugs gehören außerdem ein Mehrzweckzug, ein akkubetriebener Hochleistungslüfter, eine Schleifkorbtrage und LED-Beleuchtungssysteme. Die Tragkraftspritze wurde vom Vorgängerfahrzeug übernommen.

Die Gemeinde Dötlingen hat in das Fahrzeug und in die Beladung als Trägerin der Feuerwehr investiert. Dafür hat sie laut Haushaltsplanung rund 350 000 Euro ausgegeben. Ein Termin für die offizielle Fahrzeugeinweihung beim Feuerwehrhaus am Bareler Weg in Brettorf steht noch nicht fest.

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