Hude Diesen Tag werden zwei 15-Jährige aus der Gemeinde Hude wohl ihr Leben lang nicht vergessen: Völlig ausgekühlt steckten sie am späten Montagnachmittag mit einem Boot im Eis auf einem künstlich angelegten Ausgleichsbecken am Huntedeich fest und konnten sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien. Die alarmierte Freiwillige Feuerwehr Wüsting rückte mit 25 Kameraden und ihrem Rettungsboot an und brachte die entkräfteten Jugendlichen zurück ans sichere Ufer.

Aufbruch bei Eiseskälte

Die beiden Freunde hatten bei Temperaturen um den Gefrierpunkt mit einem vermutlich am Ufer liegenden Kunststoffboot die Fahrt auf eine Insel in der Mitte des Ausgleichsbeckens aufgenommen. Dabei unterschätzten sie allerdings den kräftigen Ostwind, der derzeit über die Region fegt. Diesen Kräften hatten die beiden Heranwachsenden nichts entgegenzusetzen und wurden so immer weiter in Richtung Westen abgetrieben – dort hatte sich bereits viel Eis aufgetürmt, in dem sie schließlich stecken blieben. Aus eigener Kraft war eine Befreiung unmöglich. Doch auch die Eisfläche konnten sie nicht betreten, da diese noch deutlich zu dünn war, um das Gewicht der Jungen zu halten.

Rund 80 Meter von nächsten Ufer und fast einen Kilometer von nächsten Wohnhaus entfernt konnten sie nur ausharren und auf Hilfe hoffen – in der abgelegenen Gegend auf den ersten Blick fast aussichtslos. Doch einer der Jungen besann sich und rief mit seinem Mobiltelefon Hilfe.

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Lebensbedrohlich

Als die Freiwillige Feuerwehr aus Wüsting schließlich anrückte, war beiden Jungen die Kälte bereits anzusehen. Ohne Handschuhe und nur mit Jacken bekleidet nahm die Haut schon eine leicht bläuliche Färbung an. „Die Nacht hätten sie wohl nicht überlebt“, schätzt Andreas Kopetzki von der Polizei Hude, der mit einem Kollegen ebenfalls vor Ort war. Die Situation wäre schon lebensbedrohlich gewesen.

Dank des schnellen Handelns der Feuerwehrleute ging dieser Ausflug noch einmal glimpflich aus. Im ebenfalls herbeigerufenen Rettungswagen konnten sich die Jugendlichen dann aufwärmen und vom ersten Schock erholen. „Die sind bestraft genug“, meint Kopetzki und erklärt, dass man auf weitere Ermittlungen verzichtet habe. Denn eigentlich ist es Unbefugten verboten, auf dem Ausgleichsbecken mit dem Boot zu fahren. Doch auch, wenn sie vor weiteren Strafen verschont bleiben, wird dieser Montag den Jungen wohl immer im Gedächtnis bleiben.

Björn Buske Redakteur / Online-Redaktion
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