Winkelsett Was „butschern“ eigentlich ist? „Für mich bedeutet das: Wir gehen raus, gehen in den Wald, machen uns dreckig und erleben gemeinsam die Natur“, erklärt Insa Isern. Im „Butscherwerk“ in Winkelsett können Kinder genau das tun. In ihren Kursen möchte die 40-Jährige ihren jungen Begleitern die Natur und das Leben auf dem Land auf fantasievolle Weise näherbringen. Dafür ziehen sie mit einem Bollerwagen los, um im Wald gemeinsam auf Entdeckungsreise zu gehen und den Geschichten zu lauschen, die Isern als Rahmen dieser Erlebnisse erzählt.

Fantasie im Mittelpunkt

Mal stehen dabei die Tiere des Waldes oder aber das Basteln mit Materialien, die sich in der Natur finden lassen, im Mittelpunkt. Oder aber Figuren aus Kinderbüchern wie der Grüffelo oder die Raupe Nimmersatt, die zu den Hauptfiguren in Iserns eigenen Erzählungen werden. Auch Feen und Zwerge können den Jungen und Mädchen im „Butscherwald“ über den Weg laufen.

Schon für Kinder ab zwei Jahren bietet Isern die Erlebnisreisen in die Natur an. Ab vier Jahren geht es für die Jungen und Mädchen ohne elterliche Begleitung zu Kursen wie „Im Wald der Kicherzwerge“ und „Entdeckungsreise am Bach“. „Auch die Kleineren nehmen daraus viele Sinneserfahrungen mit“, weiß Isern. „Bei ihnen geht es vor allem darum zu fühlen, zu sehen und zu riechen.“ Dass die Kinder sich dabei manchmal auch schmutzig machen, gehört für Isern zum Erlebnis dazu. Mit bis zu zwölf Kindern ist die 40-Jährige im Wald unterwegs. Wie viel sachliches Wissen die Jungen und Mädchen am Ende des Tages mit nach Hause nehmen, ist für sie dabei weniger wichtig. Vielmehr möchte sie mit den Geschichten, die sie erzählt, ihre Fantasie anregen. So sollen die Kinder die Natur spielerisch und mit allen Sinnen erleben.

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Um das möglich zu machen, ist Isern bereits oft vor ihren Kursen im Wald unterwegs. Dann baut sie Stationen auf, die die Kinder später entdecken können oder versteckt kleine, selbst gebastelte Figuren und Gegenstände, die es zu finden gilt. Kleine Spiele und Basteleien wollen ebenfalls vorbereitet werden. Außerdem liest sie sich in das Thema ein, um das es in ihrer Geschichte gehen soll.

Zu jeder Jahreszeit

Auch beim Butschern unter dem Titel „Im Wald der Feen, Elfen und Trolle“ steht die Fantasie der Kinder an erster Stelle. Die Geschichte beginnt mit einem Troll, der die Kinder auf dem Waldweg erwartet. Er lädt sie zur Geburtstagsfeier der kleinen Fee ein und gibt ihnen den Auftrag, auf dem Weg dorthin die Gäste zu finden und mitzunehmen.

Gemeinsam mit dem Troll zieht die Gruppe weiter. Goldene Steine auf dem Waldboden und kleine Figuren in den Zweigen von Bäumen und Büschen weisen ihnen den Weg durch den Wald bis zu einer kleinen Lichtung, auf der die Geschichte weitergeht. Dabei hält Isern immer wieder inne, um mit den Kindern in die Natur hinein zu lauschen: Welche Geräusche sind um uns herum zu hören? Und will uns der Wald vielleicht sagen, wo es lang geht?

Gerade bei fantasievollen Geschichten sähen die Jungen und Mädchen oft mehr, als eigentlich da ist, erklärt Isern. So ist es auch dieses Mal: Kaum auf der Lichtung angekommen, sind einige von ihnen sicher, die kleine Fee zwischen den Ästen der Bäume entdeckt zu haben und machen sich gleich auf die Suche.

„Es war immer ein Herzensprojekt von mir, auf dem Hof etwas mit Kindern zu machen und die Wertschätzung für die Natur und die Landwirtschaft an sie weiter zu geben“, so Isern. Ende 2018 rief sie das Projekt ins Leben. Bei der niedersächsischen Landwirtschaftskammer hatte die studierte Ökotrophologin dafür eine einjährige Weiterbildung zur Bauernhofpädagogin absolviert. Inzwischen ist das Butschern zu jeder Jahreszeit auf dem eigenen Hof in der Gemeinde Winkelsett ein genauso fester Bestandteil wie Ackerbau und Tierzucht.

Den Wald vor der eigenen Haustür zu haben, würde die 40-Jährige nicht mehr missen wollen: „Ich habe hier die Natur kennen und lieben gelernt und möchte nicht mehr weg“, meint sie.

Jana Wollenberg Volontärin, 1. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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