Wildeshausen /Oldenburg Längere Ausbildung, mehr Kompetenzen: Bei den Maltesern haben die bundesweit ersten Notfallsanitäter und -innen ihre dreijährige Ausbildung abgeschlossen. Neben notfallmedizinischen Schwerpunkten wurden verstärkt soziale Kompetenzen vermittelt, erklärt Ausbilder Jörg Arndt (32) von der Malteser-Rettungswache Wildeshausen.

Bewerbungen

für den Ausbildungsstart in 2018 nimmt der Malteser Hilfsdienst gGmbH, Frank Flake, Nadorster Straße 133 a, 26123 Oldenburg, bis kurz vor Weihnachten entgegen.

Schon das Einstellungsverfahren vor mehr als drei Jahren war sehr aufwendig, berichtet Dienststellenleiter Georg Rehaag. Auf acht Ausbildungsplätze in Stadt und Landkreis Oldenburg kamen 300 Bewerber. 70 von ihnen absolvierten umfangreiche Prüfungen auf dem Gelände der Privatschule Gut Spascher Sand. Die Wildeshauser Malteser hatten federführend das Auswahlverfahren für die Malteser im Oldenburger Land übernommen, so Rehaag.

2014 wurde das Berufsbild mit dem Notfallsanitätergesetz eingeführt, um den gestiegenen Anforderungen bei der Notfallversorgung gerecht zu werden. Notfallsanitäter übernehmen am Einsatzort die Versorgung von verletzten oder erkrankten Personen. Um Menschenleben zu retten, dürfen sie in bestimmten Fällen auch invasive Maßnahmen durchführen oder Betäubungsmittel verabreichen.

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16 der Absolventen begannen vor drei Jahren als Pioniere an den Malteser-Lehrrettungswachen in Vechta, Lohne, Damme, Oldenburg, Wildeshausen, Harpstedt, Sandkrug und Ganderkesee ihre Ausbildung zum Notfallsanitäter. Die drei Lehrjahre verteilen sich auf Schule (1920 Unterrichtsstunden), Rettungswache (1960 Stunden) und Krankenhaus, Kindergarten oder Pflegeheim (720 Stunden). Im ersten Jahr seien die Auszubildenden auf dem Rettungswagen als dritte Kraft mitgefahren, um die Abläufe kennenzulernen. Bei der Ausbildung im Krankenhaus waren sie bei Operationen dabei oder leiteten eine Anästhesie ein. „Die Ausbildung ist sehr gut“, bilanziert Rehaag. „Wir profitieren von der höheren Qualität im Einsatz.“

Die Malteser unterstützen übrigens auch die Ausbildung der Notfallsanitäter bei der Bundeswehr. Die Soldaten fahren unter anderem auf dem Rettungswagen mit.

Als schwer gilt indes die Abschlussprüfung: Angehende Notfallsanitäter absolvieren einen sechsstündigen schriftlichen Test, müssen vier Fallbeispiele abarbeiten (etwa die Reanimation eines Erwachsenen) und sich drei mündlichen Prüfungen à 15 Minuten stellen. Das Staatsexamen ist in ganz Deutschland anerkannt. Die bundesweit rund 40 000 Rettungsassistenten haben die Möglichkeit, sich innerhalb einer Übergangsfrist bis 2020 weiterzubilden. Bei den Maltesern im Landkreis haben das schon sieben gemacht.

Rehaag zufolge versuchen die Malteser, den Nachwuchs an sich zu binden. Rike Falken, Birte Tüchsen, David Winkenbach und Christoph Schröder, die in Wildeshausen ausgebildet wurden, erhielten ein Stellenangebot. Nur eine Notfallsanitäterin des Quartetts wechselte in ihre alte Heimat. Die umfangreiche Ausbildung und die größere Eigenverantwortlichkeit im Job spiegeln sich auch im Gehalt wider: Notfallsanitäter im Rettungsdienst erhalten mehr als 3000 Euro brutto, so Rehaag. Für das neue Ausbildungsjahr liegen schon rund 50 Bewerbungen vor.

Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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