Sperrung nach schwerem Unfall auf A28 in Oldenburg
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Wildeshausen „Es ist ein schwieriges Thema, aber gerade deshalb ist es wichtig, darüber zu reden.“ Das sagte die 15-Jährige Marike Proim am Mittwoch nach der Lesung von Helga Bürster im Gymnasium Wildeshausen. „So etwas wie damals darf nicht noch einmal passieren.“ Die Autorin las dort für die Schülerinnen und Schüler der zehnten Klassen aus ihrem neuen Roman „Luzies Erbe“. Mit dem Thema des Romans, der NS-Zeit in Deutschland, hatten sich die Jugendlichen zuvor auch im Unterricht auseinandergesetzt.

Selten habe sie eine Gruppe von Schülern erlebt, die ihr so gebannt zugehört hätte. Damit bedankte sich Bürster nach der Lesung. Bis 1981 war sie selbst Schülerin am Gymnasium Wildeshausen. In ihrem Buch erzählt die Autorin aus Dötlingen von der verbotenen Liebe ihrer eigenen Großeltern, einer Deutschen aus dem damaligen „NS-Reichsmusterdorf“ Dötlingen und einem polnischen Zwangsarbeiter. „Es ist eine wirklich berührende Geschichte, die in dem Buch erzählt wird“, meinte Schülerin Gesine Hurka (15).

Auch in kurzen Pausen zwischen den Kapiteln herrschte im Publikum gebannte Stille. Fragen kamen nach der Lesung zuerst zögerlich. So einiges beschäftigte die Zuhörerinnen und Zuhörer dann aber doch: Wie lebt es sich in einem Dorf, dessen Geschichte man auf diese Weise thematisiert? Da gebe es eigentlich keine Probleme, meinte die Autorin. „Mir hat noch nie jemand ein totes Kaninchen auf die Türschwelle gelegt“, sagte sie. Wie die Geschichte weitergehe? Das wollte Bürster nicht preisgeben. „Es gibt einen versöhnlichen Schluss“, verriet sie aber.

Im Rahmen eines Projektes hatten sich die Jugendlichen nicht nur im Fach Geschichte, sondern auch im Religionsunterricht und im Fach „Werte und Normen“ mit Judenverfolgung und Ausgrenzung in Nazi-Deutschland beschäftigt. Das berichtete Lehrer Johann Strudthoff, der die Lesung mit der Autorin organisiert hatte. Auch mit dem Aspekt der lokalen Geschichte habe er die Jugendlichen dazu bringen wollen, sich mit dem Thema zu beschäftigen.

Dass die Schülerinnen und Schüler eine gewisse Nachdenklichkeit aus der Lesung mitnehmen würden, wünschte er sich am Mittwoch. Damit hatte der Lehrer bereits vor der Lesung Erfolg. Einige von ihnen leben selbst in Dötlingen, so Strudthoff. Schon einige Tage vorher sei eine Schülerin auf ihn zugekommen und habe wissen wollen, ob der Hof aus der Geschichte vielleicht der sei, auf dem sie mit ihrer Familie lebe.

Jana Wollenberg Volontärin, 1. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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