Wildeshausen /Landkreis Rafael Jung ist immer für eine Anekdote gut: Beim Fest zum zehnjährigen Bestehen der Kreismusikschule musste der damalige Landrat Werner Finke von großen Karten ablesen, blickte der Musikschul-Geschäftsführer auf 1988 zurück. Doch anstelle der Aufführung vom „Mann im Mond“ habe Finke den „Mann im Moor“ angekündigt.

Einen ähnlichen Fauxpas erlaubten sich am Freitag die Festredner anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Musikschule nicht. Im Gegenteil: „Unsere Musikschule leistet Großartiges“, betonte Landrat Carsten Harings. Und: „Darüber dürfen wir uns zu Recht freuen.“ Der Landrat ging vor den gut 100 geladenen Gästen im Saal der Kreismusikschule in Wildeshausen auf die Geschichte der Einrichtung ein, insbesondere auf den „Strategiewechsel“ im Jahr 2015, um noch mehr Qualität zu liefern. Heute werden mehr als 1700 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. 40 Lehrkräfte hätten ein gesichertes Arbeitsumfeld.

Vom hohen Niveau des Unterrichts konnten sich die Festbesucher einen erstklassigen Eindruck verschaffen. Zu Beginn spielten Marisa-Chiara Grimm, Marit Bösemann (Querflöte) und Carlotta Nessen (Violoncello) Haydns „Londoner Trio Nr.1W“. Weiterhin zu hören waren Wiebke Treiber, Elise Wienand (Violine) und Christine Wienand (Klavier) mit Bachs „Concerto d-moll BWV 1043“ und Anna Tabea Stecher am Klavier mit Brahms’ „Thapsodie g-moll op.79.2“. Beeindruckend auch die Aufführung von Jan Rokytas „Solunski Cocek“ in der Besetzung Elmira Heidenreich (Sopranblockflöte), Johanne Lürick, Emily Wedermann (Altblockflöte), Miriam Etrich, Jette Hafermann, Amelie Heise (Tenorblockflöte), Emma Eilts, Annecke Sophie von der Ecken, Greta Kleffner (Bassblockflöte), Klara Schütte (Großbassblockflöte) und Lotta Tonn (Subbassflöte).

Von einer „sehr aktiven Musikschule“ sprach Festredner Johannes Münter, der Präsident des Landesmusikrates. Die Einrichtung sei zukunftsfest und vernetze sich mit anderen kompetenten Partnern. Mit Blick auf die Schulpolitik mahnte Münter, den kreativen, darstellenden Bereich, insbesondere in der musikalischen Bildung, nicht zu vernachlässigen. „Zu einer guten Bildung gehören alle, und nicht nur ausgewählte Bereiche.“ Die Grundlagen für ein funktionierendes Wertesystem wurden durch Bildung und Erziehung geschaffen, so Münter. Musikerziehung und -ausübung seien ein wesentlicher Bestandteil dieser Konzeption. Neben der allgemeinen musikalischen Förderung trage die Gesellschaft auch Verantwortung, Begabungen zu erkennen und zu fördern. „Ohne Spitzenleistungen entwickeln wir uns nicht weiter.“

Anstelle einer Festschrift hatten Jung sowie Martina Bley und Thomas Milowski vom Leitungsteam der Schule eine CD mit dem Titel „Seit 40 Jahren: Wir machen die Musik“ verteilt. Zu hören sind darauf nicht nur Streichorchester, Jugendblasorchester oder Kammermusiktrio, sondern auch das Blockflötenorchester Wardenburg. Es bestehe schon so lange wie die Musikschule selbst, verriet Jung.


Ein Video gibt es unter   www.nwzonline.de/video 
Video

Stefan Idel Redaktionsleitung / Redaktion Wildeshausen
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.