Wildeshausen /Landkreis Die Kindertagesstätten werden in Niedersachsen ab Montag, 22. Juni, mit eingeschränktem Betrieb weiter geöffnet. Die Notbetreuung läuft laut Niedersächsischem Kultusministerium dann aus – und das wird zum Problem für einige Eltern. Darauf hat Hartmut Post (CDU) im Jugendhilfeausschuss des Landkreises Oldenburg während der Sitzung am Dienstag im Wildeshauser Kreishaus aufmerksam gemacht.

Während der Aussprache des Tagesordnungspunktes „Jugendhilfe während der Corona-Pandemie“ sprach Post es an: In seiner Gemeinde Dünsen sei er von mehreren Müttern darauf angesprochen worden, dass die weitere Kita-Öffnung für sie eine Verschlechterung darstelle. Beispielsweise habe eine berufstätige Mutter ihr Kind bisher von 7 bis 15 Uhr betreuen lassen können. Dies falle nun vorerst weg, bis neu entschieden werde, wie es weitergeht. Jetzt könne sie ihr Kind nur von 8 bis 12 Uhr betreuen lassen. „Ist das dem Landtag bekannt?“, wollte Post wissen.

Ausschussvorsitzender und Landtagsabgeordneter Axel Brammer (SPD) versprach, die Fälle an den Landtag weiterzuleiten. Auch Jugendamtsleiter Martin Ahlrichs verdeutlichte, dass ihm solche Fälle gemeldet werden sollten. „Dieses Problem war abzusehen.“ Auch Johannes Hiltner (Grüne) nannte die Weiterleitung der Fälle einen guten Weg für eine „schwierige Situation“.

Auf eine schwierige Situation machte auch Silke Meine aufmerksam: Die Diakonin des Kreisjugenddienstes Delmenhorst/Oldenburg-Land er-klärte, dass es nicht einfach sei, unter den aktuellen Corona-Bedingungen vernünftige Angebote für Kinder und Jugendliche vorzuhalten. In der nächsten Verordnung werde sich kaum etwas ändern. „Das ist sehr unbefriedigend.“

„Ich muss hier eine Lanze für die Jugendlichen brechen“, ergänzte Kreisjugendpfleger Dirk Emmerich. Diese seien nicht nur auf Handy und Laptop fixiert. „In der Krise wurde deutlich, wie sehr sie den persönlichen Kontakt brauchen.“ Sowohl er als auch Brammer ärgerten sich, dass Bus- und Flugreisen vermehrt möglich seien – die Lockerungen für die Jugendangebote hingegen ausblieben.

Hella Dietz (UWG) äußerte Bedenken, dass Jugendliche sich aufgrund fehlender Angebote trotzdem in Gruppen treffen. „So viel kann die Polizei gar nicht kontrollieren.“ Marlies Pape (FDP) regte an, dass man überlegen könne, langfristig für kleinere Gruppen Angebote zu konzipieren. „Dafür müsste man aber mehr Geld in die Hand nehmen.“

Verena Sieling Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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